Berlin - Der Deutsche Tierschutzbund hat die künftige Bundesregierung aufgefordert, das Landwirtschaftsministerium abzuschaffen. „Es ist ein aus der Zeit gefallenes Relikt, dass eine Berufsgruppe ein eigenes Ministerium als Interessenvertretung dominiert“, sagte Verbandspräsident Thomas Schröder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die mögliche Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP müsse Ressortzuständigkeiten neu zuschneiden. „Die Konsequenz kann nur sein, dass es das klassische Landwirtschaftsressort wie heute nicht mehr geben kann und darf“, sagte Schröder. Der Bereich des Tierschutzes müsse beispielsweise entweder in Funktion eines Beauftragten der Bundesregierung oder eines eigenen Staatsministers am Kabinettstisch mit vertreten sein.

Im Agrarministerium sei das Thema jedenfalls falsch angesiedelt gewesen, sagte Schröder. Im Fokus habe der Nutzen gestanden, den der Mensch aus dem Tier ziehen könne. Von der neuen Bundesregierung forderte er mehr Vorgaben zum Tierschutz. Es fehle beispielsweise an Verordnungen dazu, wie Puten oder Rinder gehalten werden müssen. Ebenso gebe es kein Zuchtgesetz. „Die Tierschutzfolgen überzüchteter Tiere gerade auch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind nicht mehr akzeptabel.“