Washington - Die US-Behörden haben von aus der Netflix-Doku „Tiger King“ bekannten Privatzoo-Betreibern fast 70 Raubkatzen beschlagnahmt. Die 68 Löwen, Tiger und Löwen-Tiger-Mischlinge sowie ein Jaguar wurden aus dem „Tiger King Park“ in Thackerville im Bundesstaat Oklahoma geholt, wie das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte.

Den Besitzern Jeffrey and Lauren Lowe werden Verstöße gegen ein Gesetz zum Schutz bedrohter Tierarten zur Last gelegt. Das Justizministerium prangerte eine ungenügende tierärztliche Betreuung und unangemessene Nahrung an. Außerdem seien die Gehege zu klein und würden den Tieren keinen ausreichenden Schutz vor schlechtem Wetter bieten.

Das Ehepaar Lowe ist aus der erfolgreichen Netflix-Serie „Tiger King: Großkatzen und ihre Raubtiere“ bekannt. Die beiden hatten vom schillernden, inzwischen im Gefängnis sitzenden Privatzoo-Betreiber Joe Maldonado-Passage alias Joe Exotic den „Greater Wynnewood Exotic Animal Park“ übernommen. Im vergangenen Jahr brachten sie die Tiere dann in eine neue Anlage, den „Tiger King Park“ in Thackerville.

Verstöße gegen Tierschutzrecht

Dort stellten Inspekteure wiederholt Verstöße gegen das Tierschutzrecht fest. Der Fall landete vor Gericht – jetzt wurden die fast 70 Raubkatzen in Sicherheit gebracht. Nicholas McQuaid vom Justizministerium sprach von einem „bedeutsamen Tierrettungseinsatz“. Die Großkatzen würden jetzt in „verantwortungsvolle Tierparks“ gebracht, wo sie nicht „ausgebeutet“ würden.

Joe Exotic selbst war 2018 festgenommen und im Januar 2020 zu 22 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte versucht, die Tierrechtsaktivistin Carole Baskin zu ermorden, außerdem wurde er wegen Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen verurteilt. Im Juni 2020 wurde sein Privatzoo Baskin zugesprochen – allerdings ohne die Tiere, die bis jetzt im Besitz des Ehepaares Lowe blieben. Die im März 2020 lancierte Netflix-Doku „Tiger King“ war inmitten der Corona-Pandemie zu einem Überraschungshit geworden.