Berlin - Ein Lkw-Fahrer, der beim Rechtsabbiegen einen 89 Jahre alten Radfahrer überrollt und tödlich verletzt hat, ist zu einer Geldstrafe in Höhe von 3600 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den 41-Jährigen am Montag der fahrlässigen Tötung schuldig. Der Angeklagte sei zwar langsam abgebogen, aber dennoch zu schnell. Wer ein so schweres Fahrzeug fahre, müsse Schrittgeschwindigkeit beim Abbiegen einhalten, begründete der Vorsitzende Richter.

Der Berufskraftfahrer hatte den neben ihm auf dem Rad fahrenden Senior nicht bemerkt, als er im Oktober 2020 im Stadtteil Köpenick mit seinem Baustellenfahrzeug rechts in die Pablo-Neruda-Straße einbog. Beide hatten zunächst an einer roten Ampel gewartet. Der Radfahrer, der geradeaus weiterfahren wollte, wurde nach dem Zusammenstoß überrollt. Er starb noch am Unfallort.

Ein Unfall-Gutachter hatte im Prozess erklärt, der Lkw sei technisch in einem einwandfreien Zustand gewesen. Der Radfahrer sei für den Lkw-Fahrer vor der Kollision durchgängig in verschiedenen Spiegeln sichtbar gewesen. Mit einer Geschwindigkeit von elf Stundenkilometern sei es zum Zusammenstoß gekommen.

Strafe: 90 Tagessätze zu je 40 Euro

Der Angeklagte hatte über seinen Verteidiger erklärt, er habe vor dem Anfahren nach rechts geschaut und zur gegenüberliegenden Straßenseite. Als er kurz darauf ein „metallisches Geräusch“ und Rufe von Passanten hörte, habe er sofort angehalten. Er bedauere den Unfall zutiefst.

Das Gericht folgte mit einer Strafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Der Verteidiger plädierte auf 60 Tagessätze. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.