Potsdam - Nachdem in Brandenburg in nur zwei Wochen vier Radfahrer bei Verkehrsunfällen gestorben waren, hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die Landesregierung aufgefordert, sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit auf den Straßen zu ergreifen. „Tempo 30 muss zur Regelgeschwindigkeit in Brandenburgs Innenstädten werden“, forderte der ADFC-Landesvorsitzende Stefan Overkamp am Donnerstag. Die Landesregierung solle ihren Ermessensspielraum nutzen und sich für eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung im Bundesrat einsetzen.

Zudem müsse es ein Verbot von Lastkraftwagen ohne Abbiege-Assistenten geben. „Lkws ohne Kollisionserkennung und einen Not-Stopp haben in unseren Städten und Gemeinden nichts mehr zu suchen“, betonte Overkamp.

14-jähriger stirb fünf Tage nach Radfahrunfall

Nach Berichten der Polizei war am 14. September ein 14-Jähriger in einem Krankenhaus gestorben, der als Radfahrer fünf Tage zuvor auf einer Landstraße nahe Burg (Spree-Neiße) bei einer Kollision mit einem Auto schwer verletzt worden war. Eine Woche später wurde ein 77-jähriger Fahrradfahrer in Finsterwalde (Elbe-Elster) von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und getötet.

Am vergangenen Montag wurde nach Angaben der Polizei ein 60-jähriger Radfahrer in Cottbus beim Zusammenstoß mit einem Auto tödlich verletzt. Der 60-Jährige soll ein Rotlicht missachtet haben. Am Mittwoch wurde eine 82-jährige Radfahrerin in Elsterwerda (Elbe-Elster) ebenfalls von einem abbiegenden Lastwagen erfasst und tödlich verletzt.

Nach Angaben des ADFC sind in Brandenburg in diesem Jahr damit bereits 13 Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Im Vorjahr waren es nach Angaben des Innenministeriums 25 und im Jahr 2019 insgesamt 22 getötete Radfahrer.