Potsdam - Betreiber von Ferienwohnungen in Brandenburg müssen im zweiten Jahr in Folge auf Einnahmen aus dem Ostergeschäft verzichten. „Den April können wir wohl abschreiben“, sagt der Geschäftsführer des Brandenburger Landestourismusverbandes, Markus Aspetzberger. Der Tourismus im Land sei darauf angewiesen, in den warmen Monaten hohe Umsätze zu erzielen, um Rücklagen für die kälteren zu bilden. „Die Branche hat aktuell keine klare Perspektive nach über einem Jahr und bald einem halben Jahr Lockdown“, sagt er.

Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Tourismusverbandes musste der brandenburgische Tourismus zwischen März und August vergangenen Jahres Umsatzverluste von etwa 1,05 Milliarden Euro verkraften. „Besser dürfte es auch in diesem Jahr nicht werden“, so Aspetzberger weiter.

Öffnungen sind trotz Hygienekonzepten verboten

Laut des Deutschen Ferienhausverbandes gibt es in Brandenburg etwa 18 000 Betten in privaten Ferienunterkünften (jüngste Zahlen von 2015). „Ferienunterkünfte werden sehr häufig im Nebenerwerb betrieben“, so der Geschäftsführer des Brandenburger Landestourismusverbandes. Die Inhaber sicherten sich ein Zusatzeinkommen oder besserten sich die Rente auf. Ferienwohnungen seien also quasi die private Rentenvorsorge. „Jetzt passiere das genaue Gegenteil: statt zusätzlicher Einnahmen laufen nur Ausgaben an, denn die Fixkosten laufen ja weiter.“

Die Anbieter von Ferienwohnungen haben nach Angaben von Aspetzberger Hygienekonzepte erarbeitet. Es sei renoviert, modernisiert und umgebaut worden. Gäste durften und dürfen aber nicht kommen. Bei einer Branchenumfrage der Tourismus Marketing Brandenburg und mehrerer Verbände hatte die Hälfte der befragten touristischen Firmen angegeben, dass ihre Rücklagen aufgebraucht seien.

Tourismusverband warnt vor Verlust von Arbeitsplätzen

Gut zwei Drittel des brandenburgischen Tourismus laufe in den ländlichen Regionen. Aspetzberger: „Tourismus bringt also gerade in strukturschwachen Gebieten Einnahmen und Arbeitsplätze.“

Nun drohten nicht nur individuelle finanzielle Verluste, sagte der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. Es müsse auch damit gerechnet werden, dass viele Betriebe ganz verloren gingen.  Es werde auch beobachtet, dass sich Eigentümer entschieden, dauerhaft zu vermieten. Das Angebot an Unterkünften für Urlauber sinke dann. Ebenfalls dauerhaft.