Die Deutschen hat nach der Pandemie die Reiselust gepackt – das Geld sitzt locker. Doch kaum steigt die Nachfrage nach Sommerreisen, drehen die Touristik-Unternehmen an der Preisschraube. Es gebe keine Schnäppchen mehr, alles sei teuer und in den Ferien werde der Urlaub für manche unbezahlbar, berichtet der Spiegel. Erste Kunden würden traurig auf eine Buchung verzichten und wieder gehen, schilderte die Chefin eines Last-Minute-Reisebüros am Hamburger Flughafen dem Magazin.

500 Euro pro Nacht für ein Hotelzimmer in Griechenland, 3200 Euro für den günstigsten verfügbaren Zwei-Wochen-Familienurlaub in Ägypten: Wer in diesem Sommer verreisen will, muss mit enormen Kosten rechnen, bestätigen aktuelle Preisvergleiche. Laut Holidaycheck liegen die Preise für Ägypten-Reisen und Übernachtungen 27 Prozent höher als im Jahr 2019. Griechenland und Spanien seien 16 Prozent teurer als vor der Corona-Pandemie. Im Fall der Türkei seien es 15 Prozent, bei Portugal 14 Prozent.

Mallorca: Sogar einfache Unterkünfte kosten Hunderte Euro pro Tag

Der Reiseboom und der damit einhergehende Preisanstieg erfasse nahezu alle Ferienziele, berichtet der Spiegel. Ostsee, Sylt, Schwarzwald, Mallorca: Sogar einfache Unterkünfte auf „Malle“ können im Juli mit mehreren Hundert Euro pro Tag zu Buche schlagen. Der Bericht zitiert Expedia-Chef Peter Kern mit der Aussage, dass der Sommer 2022 die reisestärkste Saison aller Zeiten werden könnte. Laut Anbieter TUI sei auf den Malediven die beste Zeit in der Geschichte des dortigen Fremdenverkehrs angebrochen.

Aber: Experten rechnen bereits damit, dass die Kunden höchstens für ein oder zwei Reisen nach der Pandemie bereit sind, Preisanstiege von 20 Prozent oder mehr zu bezahlen. Der Chef der Hotelkette Accor, Sébastien Bazin, rechnet laut dem Spiegel-Bericht damit, dass der Boom wieder abflaut.