Masken, Peelings, Cremes: Für die Vulva kommen immer mehr Pflegeprodukte auf den Markt. Vulva-Wellness sei „DER Beautytrend“, schreibt etwa die Frauenzeitschrift Elle. Ärzte sind angesichts des neuen Hypes rund um die Intimpflege besorgt. Viele Produkte würden nicht nur kaum etwas bringen, sondern könnten auch schweren gesundheitlichen Schaden anrichten. Das geht aus einem Bericht des Nachrichtenportals t-online hervor.

Vulva-Wellness beschreibt einen Trend mit Intimpflegeprodukten, der darauf ausgelegt ist, die Vulva möglichst glatt und zart erscheinen zu lassen. Schambehaarung soll weicher gemacht oder komplett entfernt werden. Auch ein wohlriechender Geruch wird von vielen Beauty-Produkten versprochen. Inzwischen gibt es etwa auf Instagram eigens für die Vulva angefertigte Wannen, die eine ausgiebige Intimpflege ermöglichen sollen. Die Pflege mit speziellen Wellnessprodukten für die Vulva wird unter Gynäkologen und Hautärztinnen jedoch kritisch gesehen.

„Der weibliche Intimbereich ist sehr empfindlich und leicht reizbar. Hier mit verschiedenen Produkten zu hantieren, die möglicherweise Duftstoffe, Konservierungsmittel und Farbstoffe enthalten, kann die Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und ihre natürliche Abwehr gegen krankmachende Erreger schwächen“, warnt Dr. Uta Schlossberger. Sie ist Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie. Die Folge solcher Pflege-Maßnahmen seien nicht selten Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Trockenheit und Infektionen.

Die Gefahren einer ausladenden Intimpflege

Zu häufiges Waschen führe laut Gynäkologinnen und Gynäkologen dazu, dass die nützlichen Bakterien, die sich in der Vulva und Vagina befinden, absterben. Streptokokken, Staphylokokken oder Enterobakterien sowie Pilze sorgen für ein gesundes Scheidenmilieu und verhindern zum Beispiel Pilzinfektionen.

Ebenfalls problematisch können exzessives Wachsen und Epilieren des Intimbereichs sein. Mikroverletzungen können dabei Entzündungen hervorrufen ebenso wie eingewachsene Haare. Auch beim Rasieren können Keime eindringen. Es empfiehlt sich, kurze Stoppeln stehen zu lassen.

Die Duftstoffe, die außerdem oft Pflegeprodukten beigefügt sind, können Reizungen hervorrufen. Gleiches gilt für Farbstoffe.

Ärzte raten: So sieht gesunde Intimpflege aus

Frauen sollten ihren Intimbereich am besten nur mit warmem Wasser waschen, raten Ärzte. „So wird die natürliche Abwehr der Scheidenflora am besten geschützt. Spezielle Reinigungs- und Pflegeprodukte braucht es nicht“, sagt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte und niedergelassener Frauenarzt in Hannover.

Wer unbedingt Intimwaschmittel benutzen wolle, sollte darauf achten, dass es pH-neutral und ohne Duftstoffe ist. Und selbst dann solle nur der äußere Bereich damit gewaschen werden. Die inneren Schamlippen sowie die Haut darunter sollten schaumfrei bleiben.