BerlinDer stellvertretende Amtsarzt von Treptow-Köpenick,  Denis Hedeler, fühlte sich von Gesundheitsstadtrat Bernd Geschanowski (AfD) diskriminiert. Unter anderem weil er schwarz und homosexuell sei, so der Vorwurf.  Der wochenlange Streit zwischen dem Arzt und dem AfD-Politiker, über den auch die Berliner Zeitung berichtet hatte, ist jetzt weiter eskaliert. Hedeler wurde kurz vor Weihnachten gekündigt. Zwei Amtsarzt-Stellen im Gesundheitsamt Treptow-Köpenick sind mitten in der Corona-Pandemie unbesetzt. 

Ein Blick zurück: Der Mediziner, der durchaus über jahrelange Erfahrung auch im Ausland verfügt, hatte sich auf die unbesetzte Stelle des Amtsarztes in Treptow-Köpenick beworben. Und sie nicht bekommen. Hedeler warf Geschanowksi vor, ihn wegen seine Hautfarbe und seiner sexuellen Orientierung nicht berücksichtigt zu haben. Der Stadtrat soll zu dem Arzt gesagt haben: „Sie passen hier nicht.“ Eine Bestätigung dafür gibt es nicht.

Der Mediziner nahm sich einen Anwalt, suchte die Öffentlichkeit und startete sogar eine Online-Petition.  Titel: „Zu schwul, zu schwarz. AfD verhindert Amtsarzternennung“ 38.000 Menschen haben unterschrieben.  Der Stadtrat gerät daraufhin, nicht zum ersten Mal, in die Kritik. Politiker von Linker, Grünen und der SPD fordern eine Aufarbeitung des Vorfalls. Sie unterstützen Hedeler.

Was folgt, ist die Kündigung des Mediziners. Geschanowski verschickt am Sonntagabend eine Pressemitteilung, aus dem die B.Z. zitiert. Darin weist er jeden Diskriminierungsvorwurf entschieden zurück. „Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit Herrn Hedeler durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin war ein notwendiger Akt. Die öffentlichen Behauptungen über seine Nichtberücksichtigung bei der Vergabe des Amtsarztpostens sind nachweislich unwahr und die öffentlichen Rassismus- und Diskriminierungsvorwürfe wurden nicht bestätigt, sondern stellten sich als konstruiert heraus.“

Er erklärt: „Diskriminierendes und rassistisches Verhalten wird in keinem Amt des Bezirksamtes Treptow-Köpenick geduldet.“ Und ergänzt: „Die Verfolgung und Ahndung derartiger Vorkommnisse wird in verwaltungsinternen und rechtsstaatlichen Verfahren geregelt. Diesen Weg ist Herr Hedeler wissentlich nicht gegangen.“

Geschanowski wirft dem Arzt vor, seine Hautfarbe und seine sexuelle Identität instrumentalisiert zu haben und spricht von einer „Rufmordkampagne“ gegen ihn.