Berlin - Im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick ist ein Verdachtsfall von Geflügelpest bestätigt worden. Betroffen sei ein kleiner Bestand von Hühnern eines privaten Halters, teilte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz am Dienstagabend mit.

Um das Gebiet wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern eingerichtet. Beobachtet wird ein Areal mit einem Radius von zehn Kilometern.

Innerhalb dieser Zonen darf Geflügel nicht mehr unter freiem Himmel gehalten und auch nicht transportiert werden. Teile der Zonen reichen den Angaben zufolge südlich in das Land Brandenburg hinein.

Die Senatsverwaltung bat alle Geflügelhalter dringend, ihre Tierbestände beim Veterinäramt ihres Bezirks anzumelden. In der Corona-Pandemie hätten sich etliche Menschen Hühner angeschafft, hieß es.

Zeitgleich habe das Friedrich-Löffler-Institut bei drei weiteren Wildvögeln den Vogelgrippe-Erreger H5N8 bestätigt, hieß es in der Mitteilung. Im November wurde in Berlin der erste H5N8-Fall in dieser Saison nachgewiesen. Seitdem wurden in Berlin insgesamt fünf Ausbrüche bei Wildvögeln bestätigt.

Wer tote Wasser-, Raben- oder Greifvögel findet, sollte dies einem Veterinäramt melden, damit die Tiere untersucht werden können. Kranke oder verendete Tiere sollten auf keinen Fall angefasst, auch Federn nicht gesammelt werden. Singvögel und Tauben gelten hingegen als nicht besonders anfällig für den Geflügelpest-Erreger.

Weiterer Fall in der Prignitz: 18.200 Puten getötet

In Brandenburg wurde am Dienstag ein weiterer Fall mitgeteilt: Bei einem Putenbestand in einem Betrieb in der Prignitz ist ebenfalls die Geflügelpest aufgetreten. Rund 18.200 Tiere seien getötet worden, teilte das Verbraucherschutzministerium am Dienstag mit. Der Erreger H5N8 (Vogelgrippe/Geflügelpest) war in einem Nutzgeflügelbestand nachgewiesen worden. Es ist der achte Fall von Geflügelpest in einem Nutzgeflügelbestand innerhalb weniger Wochen im Land.

Der Betreiber hatte das Veterinäramt des Landkreises informiert, nachdem vermehrt Tiere gestorben waren. Daraufhin wurde der Bestand nach den Angaben sofort durch die Behörde gesperrt und es wurden Proben genommen. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg und das nationale Referenzlabor (Friedrich-Loeffler-Institut - FLI) bestätigten den Verdacht auf das hochansteckende Geflügelgrippe-Virus H5N8.

Um den Betrieb wurde ein Sperrbezirk im Radius von mindestens drei Kilometern eingerichtet. Seit Mitte Dezember des vergangenen Jahres gilt in Risikogebieten eine Stallpflicht für die Tiere.

Die Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine für Geflügel und andere Vögel hoch ansteckende Viruserkrankung. Sie kann nach Angaben des Ministeriums in Geflügelbeständen schnell epidemische Ausmaße annehmen. Das Vogelgrippevirus H5N8 gilt als ungefährlich für den Menschen.