Steigende Temperaturen und Sonnenschein: In Berlin ist der Frühling angebrochen – und damit geht die Radsaison wieder los. Doch das ruft auch Fahrraddiebe auf den Plan. Wie kann ich mein Rad vor ihnen schützen? Neben einem guten Schloss gibt es einige Tricks, die Fahrraddiebe abschrecken.

Anschließen statt Abschließen

Der ADFC rät Radfahrern und Radfahrerinnen, ihr Fahrrad sowohl am Rahmen als auch Vorder- oder Hinterrad des Fahrrads an einen fest verankerten Fahrradständer oder Gegenstand anzuschließen. Das gilt auch, wenn Sie es nur kurz alleine lassen. Das Objekt sollte dabei hoch genug sein, sodass man das Fahrrad nicht einfach mitsamt Schloss darüberheben kann.

Fahrradbügel werden dabei laut ADFC nicht selten mit einem Rohrschneider geknackt und das Rad anschließend samt Schloss mitgenommen. Daher rät der ADFC: „Achten Sie darauf, dass beim Anschließen an eine Abstellanlage Rahmen und ein Laufrad einbezogen werden, damit das Rad nicht geschoben werden kann.“ Manche Anlagen haben auch Ösen für Schlösser, die nicht mit einem Rohrschneider zerstört werden können.

Zwei Schlösser dienen zur Abschreckung

Je besser das Schloss, desto höher der Schutz. Das stimmt natürlich, aber auch wer sein Rad mit einem zweiten, vielleicht günstigeren Schloss zusätzlich absichert, kann durch den Mehraufwand Fahrraddiebe abschrecken.

Abstellort gut auswählen

„Stellen Sie Ihr Fahrrad nicht an einsamen Plätzen oder nicht einzusehenden Straßen ab“, schreibt der ADFC. Diebe kennen die Vorteile unbeobachteter Plätze üblicherweise genau. Geschlossene Räume sind hier am sichersten. Zu Hause sollte das Rad etwa möglichst angeschlossen im eigenen Keller stehen oder in speziellen abschließbaren Fahrradboxen.

Wer sein Fahrrad dennoch draußen abstellen muss, ist gut beraten, es nicht immer am gleichen Standort anzuschließen. Unberechenbarkeit zahlt sich aus. Denn wer sein Rad stundenlang und immer wieder an der gleichen Stelle stehen lässt, gibt Dieben nützliche Informationen, wann sie sich ungestört an ihre Beute machen können. Öfter mal den Mast zu wechseln, beugt demnach einem möglichen Fahrradklau vor.

Fahrrad tunen

Individuelle Merkmale machen das Fahrrad unverwechselbar und schützen vor Diebstahl, denn der Dieb oder die Diebin wird auffällige Räder schlechter wieder los. Unterschiedliche Reifen, ein aufgemaltes besonderes Muster, ein ungewöhnlicher Sattel: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Vorbeugen für den Ernstfall

Falls das Fahrrad doch einmal abhanden kommen sollte, kann sich gute Vorbereitung auszahlen. Ein GPS-Tracker, den es im Fachhandel als Zubehör auch noch zum Nachrüsten gibt, kann in Verbindung mit einer zughörigen App bei der Ortung des Diebesguts helfen.

Zu empfehlen ist zudem die kostenlose Fahrradpass-App der Polizei (Download im App Store oder Google Play Store), in der wichtige Fahrraddaten wie die Rahmennummer, die Codierung, aber auch Fotos und Angaben zu Zustand und Ausstattung hinterlegt und im Ernstfall direkt an die Polizei oder die Versicherung weitergeleitet werden können.

Apropos Versicherung: Vor allem bei teureren Rädern kann sich eine spezielle Fahrradversicherung rechnen, die auch bei einfachem Diebstahl, Vandalismus, Unfall- oder Elektronikschäden eintritt. In der Hausratversicherung wird das Rad gegen Einbruchdiebstähle abgesichert. Die Verbraucherzentrale rät in Sachen Versicherung zu einem Preis-Leistungs-Vergleich. (mit dpa)