Gibraltar - Gibraltar hat nach einem Anstieg der Corona-Infektionszahlen die offiziellen Weihnachtsfeiern und alle damit verbundenen Veranstaltungen abgesagt. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf Regierungsangaben. Gibraltar hat eine Impfquote von nahezu 100 Prozent und ist weltweit eines der Gebiete mit der höchsten Impfdichte. Trotzdem kündigte die Regierung nun an, dass vorerst keine offiziellen Feste, Empfänge und ähnliche Veranstaltungen mehr stattfinden werden. 

In dem kleinen britischen Territorium an der Südspitze Spaniens sind seit Montag 212 neue Coronavirus-Fälle aufgetreten, damit stieg die Zahl auf insgesamt 564. Täglich werden laut der englischen Zeitung Standard durchschnittlich 66 neue Infektionen gemeldet, was 52 Prozent des Höchststands im Januar entspricht. Die Regierung hat nun angekündigt, die Kontakte der rund 33.000 Einwohner erheblich einschränken zu wollen. 

Die Behörden erklärten zwar, die Bürgerinnen und Bürger sollten „nach eigenem Ermessen“ entscheiden, ob sie sich mit der Familie oder Freunden treffen möchten. Es wird offiziell aber davon abgeraten, in den nächsten vier Wochen gesellschaftliche Veranstaltungen abzuhalten, da das Auffrischungsprogramm für die Corona-Impfungen gerade erst eingeführt werde. Der Ratschlag bezieht sich auch geimpfte Personen, heißt es.

Gibraltar: Rechnerisch sogar 140 Prozent der Menschen geimpft

„An dieser Stelle wird es auch notwendig sein, die Nutzung offizieller Räumlichkeiten sorgfältig zu prüfen und Veranstaltungen gegebenenfalls auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben“, zitiert der Standard eine Mitteilung der Regierung. Corona-Masken sind derzeit in allen Geschäften und Supermärkten, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in medizinischen Zentren, bei Beerdigungen in geschlossenen Räumen und am internationalen Flughafen von Gibraltar vorgeschrieben.

„The Rock“, wie die Engländer das britische Territorium auch nennen, hat laut offiziellen Angaben bisher 94.469 Impfdosen verabreicht, was theoretisch ausreicht, um 140,2 Prozent der Bevölkerung vollständig zu impfen. Darunter seien bereits über 14.200 Auffrischungsimpfungen.