Nürnberg - Deutsche Unternehmen wollen weiter einstellen: Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sprach am Mittwoch von einer „merklich belebten“ Nachfrage nach Arbeitskräften im April. Der Stellenindex der Arbeitsagentur (BA-X) stieg um zwei auf 104 Punkte – schon im März hatte er um vier Punkte zugelegt. Auch das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts in München stieg im April.

Der BA-X beruht auf den bei der BA gemeldeten Stellenangeboten und wird monatlich veröffentlicht. Der saison- und kalenderbereinigte Indikator bildet die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage am ersten Arbeitsmarkt unabhängig von jahreszeitlichen Einflüssen ab und spiegelt die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen wider.

Im April gab es den Angaben zufolge „in nahezu allen Branchen ein Stellenplus zu vermelden“. Besonders positiv entwickelten sich das Baugewerbe, das Verarbeitende Gewerbe und die Informations- und Kommunikationsbranche. Dagegen wollen die Branchen, die besonders vom Lockdown betroffen sind, derzeit deutlich weniger Menschen einstellen, etwa das Gastgewerbe.

Verglichen mit April 2020, als die Folgen der Pandemiemaßnahmen schon zu spüren waren, lag der Stellenindex zehn Punkte im Plus. Im Vergleich zu März 2020, dem letzten Berichtsmonat vor den Auswirkungen der Corona-Krise, verzeichnet er aber ein Minus von neun Punkten.

Das Ifo-Institut meldete unter Berufung auf seine Konjunkturumfragen unter rund 9000 Unternehmen im April, dass insbesondere Firmen im Maschinenbau mehr Mitarbeiter beschäftigen wollen. Auch IT-Dienstleister sowie Architektur- und Ingenieurbüros suchten Mitarbeiter. Im Handel sowie im Baugewerbe gleichen sich die Pläne für Einstellungen und Entlassungen demnach gegenwärtig aus. Im Gastgewerbe und der Tourismusbranche dagegen gingen weiter Jobs verloren.

„Der Arbeitsmarkt holt langsam Teile der Jobverluste aus der Corona-Krise wieder auf“, kommentierte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe die Zahlen. Der Boom in der Industrie spiegele sich zunehmend im Einstellungsverhalten der Unternehmen wider.

Die BA veröffentlicht am Donnerstag ihre Arbeitsmarktstatistik für April. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte bei der Vorstellung der Frühjahrsprojektion der Regierung am Dienstag gesagt, der Arbeitsmarkt werde sich „in der Grundtendenz“ positiv entwickeln. Im Jahresschnitt rechnet die Regierung zwar noch mit einem Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 60.000 – im kommenden Jahr erwartet sie dann aber einen Beschäftigungsaufbau von 290.000 neuen Stellen.

Den positiven Ausblick bestätigen die Unternehmerverbände Berlin-Brandenburg (UVB) für ihre Region: „Die Nachfrage nach Fachkräften mit dualer Berufsausbildung wird nach der Krise wieder deutlich zunehmen“, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Alexander Schirp. „Sie haben jetzt und auch in Zukunft beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“