Ein Patrouillenboote für die Küstenwache von Saudi-Arabiens wird im Hafen Sassnitz-Mukran auf der Insel Rügen verladen (Archiv). 
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BerlinIn den ersten vier Monaten des Jahres 2020 wurden Kriegswaffen im Wert von 492 Millionen Euro aus Deutschland exportiert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 40 Prozent. Das geht aus einer Antwort auf die schriftliche Frage der linken Abgeordneten Sevim Dağdelen an die Bundesregierung hervor.

Laut Bundesregierung sind demnach Kriegswaffen im Wert von 182 Millionen Euro an verbündete Nato-Staaten gegangen. Nicht genannt wurden hingegen die Staaten, die weder der EU noch Nato angehören oder ihnen in den Regelungen zum Waffenexport gleichgestellt sind. Die Namen dieser Länder wurden offiziell zur Verschlusssache erklärt. Die Bundesregierung begründete diesen Schritt mit einer möglichen „Re-Identifizierung betroffener Unternehmen“ sowie dem „Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen“.

Im Vorjahr wurde die Türkei als größter Empfänger von deutschen Kriegswaffen in den ersten vier Monaten  genannt. Die Aufträge hatten demnach ein Volumen von 184 Millionen Euro.

Kriegswaffenausfuhren bilden zudem nur einen Teil aller deutschen Rüstungsexporte. Dazu gehören etwa Panzer, Kampfflugzeuge oder U-Boote. Andere militärische Produkte wie gepanzerte Sanitätsfahrzeuge zählen dagegen offiziell als Rüstungsexporte.