Trotz Corona-Welle: China will keine Impfstoffe aus der EU

Wegen der vielen Infektionen in China bot die Europäische Union dem Land offiziell kostenlose Impfstoffe an. Doch eine Reaktion blieb bisher aus.

Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem BA.4/BA.5-Impfstoff von Biontech/Pfizer auf. 
Ein Arzt zieht eine Spritze mit dem BA.4/BA.5-Impfstoff von Biontech/Pfizer auf. dpa/Michael Matthey

Seit Wochen wütet in China eine massive Corona-Welle. Um die Infektionen dort einzudämmen, hat die Europäische Union dem Land offiziell kostenlose Impfstoffe angeboten. Einem Bericht der Financial Times zufolge ist Peking aber nicht interessiert. China habe bislang nicht reagiert, was als indirekte Ablehnung gewertet wird. Auch das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtete.

Die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides habe der chinesischen Führung ein Angebot gemacht, teilte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mit. Er bestätigte damit den Bericht der Financial Times. Statt auf das Angebot aus der EU einzugehen, verwies China jedoch einmal mehr auf die eigene Stärke. Bei der täglichen Pressekonferenz erklärte die chinesische Außenamtssprecherin Mao Ning am Dienstag, die Impfquote im Land sowie die Kapazitäten in den Krankenhäusern nähmen zu, die Vorräte an Impfstoffen seien „angemessen“. 

China stellt weltweit die meisten Corona-Impfstoffe her

China habe die weltweit größten Produktionslinien für Corona-Impfstoffe mit einer jährlichen Produktionskapazität von über sieben Milliarden Dosen und einem jährlichen Ausstoß von über 5,5 Milliarden Dosen eingerichtet, sagte sie. Damit sei sichergestellt worden, dass alle Menschen, die für eine Impfung infrage kommen, Zugang zu Corona-Impfstoffen haben.

Bislang dürfen in China Bürgerinnen und Bürgern nur im Land hergestellte Impfstoffe gespritzt werden. Die Bundesregierung hatte vor Weihnachten allerdings die Erlaubnis erhalten, Deutsche in China mit dem Wirkstoff von Biontech impfen zu lassen, und ließ umgehend erste Dosen nach Peking ausfliegen.