Trotz Energiekrise: Berliner „Festival of Lights“ startet am Freitag

Während überall Strom gespart wird, findet das Berliner Lichtspektakel statt. Ab Freitag erstrahlen 35 Orte in der Hauptstadt in neuem Licht.

Der Berliner Dom wird während des „Festival of Lights“ in verschiedenen Farben beleuchtet.
Der Berliner Dom wird während des „Festival of Lights“ in verschiedenen Farben beleuchtet.dpa/picture-alliance

Das traditionelle Berliner „Festival of Lights“ soll – nach wochenlangen Debatten um die Daseinsberechtigung solcher Veranstaltungen während der Energiekrise – an diesem Freitag wie geplant beginnen. Allerdings sei eine Festivalausgabe in leicht reduzierter und stromsparender Form geplant, teilten die Veranstalter mit. So sollen an 35 Orten insgesamt 70 „Lichtkunstwerke“ präsentiert werden. In den Vorjahren waren es fast doppelt so viele gewesen.

Unter anderem werden ab Freitag Wahrzeichen wie das Brandenburger Tor, der Fernsehturm, der Potsdamer Platz und das Schloss Charlottenburg mit 3D-Bildern angestrahlt. Zuschauer können die Berliner Innenstadt dabei auf mehreren sogenannten „Lichtrouten“ durchstreifen und die verschiedenen Interpretationen des diesjährigen Mottos „Vision of our Future“ bestaunen. Zu sehen sind die Leuchtinstallationen an insgesamt zehn Abenden bis zum 16. Oktober – jeweils von 19 bis 23 Uhr.

Senat verweist auf „touristische Relevanz“

Angesichts der anhaltenden Energiekrise und von der Regierung angekündigter Sparmaßnahmen hatte es im Vorfeld deutliche Kritik an der Veranstaltung gegeben. Da diese jedoch privatwirtschaftlich organisiert sei, wie der Berliner Senat auf Anfrage der CDU-Fraktion mitteilte, liege es nicht in den Händen der Landesregierung, ein Verbot zu verhängen. Man appelliere diesbezüglich an die Unternehmen, Eigenverantwortung zu zeigen und Sparkonzepte umzusetzen. Zudem sei das Festival eine touristisch relevante Veranstaltung, die die Hauptstadt gerade in der dunklen Jahreszeit attraktiver mache.

Im Fall des „Festival of Lights“ haben die Veranstalter ein entsprechendes Konzept bereits vorgelegt. So soll unter anderem dank moderner LED-Technik deutlich weniger Strom benötigt werden. Dadurch, sowie durch die Reduzierung der beleuchteten Orte von 60 auf 35, soll der Strombedarf in diesem Jahr um insgesamt 75 Prozent sinken. Das 2005 ins Leben gerufene Festival zieht nach eigenen Angaben jährlich über drei Millionen Besucher an.