Trotz Haft: Nawalny will Büros seiner Organisation öffnen

Seine Anti-Korruptionsorganisation war im Juni als „extremistisch“ eingestuft worden. Trotzdem soll von dort aus gegen die Kriegsmobilisierung gekämpft werden.

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny hat am 2. September 2022 aus dem Gefängnis eine Videobotschaft an die Öffentlichkeit gerichtet.
Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny hat am 2. September 2022 aus dem Gefängnis eine Videobotschaft an die Öffentlichkeit gerichtet.dpa/Dmitry Serebryakov

Die Anti-Korruptionsorganisation des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat angekündigt, ihre Büros in Russland wieder zu öffnen. Ziel sei es, gegen „die Mobilisierung und den Krieg“ in der Ukraine zu kämpfen, kündigte der im Exil lebende Nawalny-Vertraute Iwan Schdanow am Dienstag in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video an. Die Teilmobilisierung habe „Leid in jede russische Familie gebracht“, erklärte seinerseits der ebenfalls im Exil lebende Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow.

Die russischen Behörden hatten Nawalnys Organisationen Ende Juni nach Monaten zunehmender Repressionen als „extremistisch“ eingestuft, so dass Mitarbeiter, Freiwillige und Sympathisanten Gefahr laufen, strafrechtlich verfolgt und inhaftiert zu werden. Der 46-jährige Nawalny ist der prominenteste Kritiker von Präsident Wladimir Putin in Russland. Er sitzt derzeit in einer Strafkolonie eine neunjährige Haftstrafe ab.