Berlin - Ob das Konzert des Sängers Xavier Naidoo wie geplant in der Berliner Zitadelle stattfinden wird, ist weiter unklar. Wie der Tagesspiegel berichtet, hat das Bezirksamt eigenen Angaben zufolge keine rechtliche Grundlage für eine Untersagung des Konzerts und beruft sich auf die Eigenständigkeit des Veranstalters. Naidoo war in den vergangenen Monaten durch antisemitische Äußerungen in seinem Telegram-Kanal aufgefallen. So beleidigt er Jüdinnen und Juden als „Lügenbande“, den Zentralrat der Juden bezeichnete er als „Zentralrat der Lügen“. Zudem verbreitete Naidoo ein Video, in dem behauptet wird, der Holocaust sei ein „Märchen“.

Der Veranstalter des Konzerts veröffentlichte am Mittwoch ein Statement auf Facebook. Darin distanziert sich Trinity Music „ausdrücklich“ von den Äußerungen Naidoos. Man arbeite daran, von den Verträgen zurücktreten zu können. 

Quelle: Facebook

Naidoo hatte zuletzt einen Song auf YouTube veröffentlicht, in dem er unter anderem singt: „Ich mach da nicht mit, es kann gar nicht sein, euer Gift kommt in unsere Körper nicht rein. Die Geschwister und ich, wir wagen den Schritt, wir machen nicht mit“. In dem Clip brennt zudem ein Impfzentrum nieder. Das Konzert sollte laut n-tv am 1. August 2021 stattfinden. Coronabedingt wurde es auf das kommende Jahr verschoben. Ein Zeitpunkt für das Konzert 2022 stehe noch nicht fest, heißt es.

Korrektur: In einer früheren Version hieß es, Naidoo habe ein einem Video behauptet, der der Holocaust sei ein „Märchen“. Richtig ist, dass nicht Naidoo selbst dies in einem Video behauptet hat, sondern ein Video verbreitet hat, in dem dies behauptet wird.