„Letzte Generation“ blockiert Berliner Südwesten: Streit mit Autofahrern eskaliert

An sechs Orten blockierten Klima-Aktivisten am Montag den Berufsverkehr in der Hauptstadt. Gegen viele von ihnen wird nun ermittelt.

Aktivistinnen und Aktivisten am Montag auf der Halenseestraße.
Aktivistinnen und Aktivisten am Montag auf der Halenseestraße.Pressefoto „Letzte Generation“

Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“ haben am Montagmorgen erneut den Verkehr im Südwesten von Berlin unterbrochen. Die Klima-Protestierenden blockierten nach Angaben der Polizei an sechs Orten die Fahrbahnen verschiedener Autobahnauffahrten der Hauptstadt. Ein Aktivist befestigte sich zudem an einer Schilderbrücke am Hüttenweg am Dreieck Funkturm. Teilweise sollen sich die Demonstrierenden auch am Asphalt festgeklebt haben. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und Autofahrern. Wie ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung mitteilte, sind inzwischen alle Blockaden wieder aufgelöst.

Die Berliner Polizei war stundenlang im Einsatz, um die Aktivisten von der Straße zu holen. Demnach blockierten sieben Aktivisten am Kreuz Schöneberg, Abfahrt Sachsendamm, ebenfalls sieben Teilnehmende im Bereich Spandauer Damm, Fürstenbrunner Weg, und 13 Klima-Aktivisten unterbrachen den Verkehr an der Abfahrt Messedamm, Halenseestraße. Eine weitere Blockade fand mit sechs Teilnehmenden an der Beusselstraße, Ecke Seestraße statt. Sieben Aktivisten blockierten zudem den Grazer Damm, Ecke Voralberger Damm in Schöneberg.

Autofahrer zerren Aktivisten von der Straße

Nach Angaben der Polizei wurde gegen 27 Aktivistinnen und Aktivisten Anzeige wegen Nötigung aufgenommen, weitere festgestellte Vergehen waren Widerstand gegen Polizeibeamte und Verstöße gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz. Keine der Demonstrationen sei zuvor angemeldet worden.

Autofahrer reagierten gereizt auf die erneuten Proteste. Die Aktivisten veröffentlichten auf Twitter ein Video, das eine Rangelei zwischen Autofahrern und den Klima-Klebern zeigt. Dabei brüllt ein Mann die Aktivisten an, sie sollen verschwinden, er müsse zur Arbeit. „Wir können Frust absolut nachvollziehen“, schreiben die Protestierenden in ihrem Post. Sie gingen jedoch auch für die Fahrerinnen und Fahrer auf die Straße. Alle Menschen würden durch „fehlenden Klima- und Umweltschutz (...) direkt gefährdet“.

„Letzte Generation“ kritisiert Klimapolitik seit dem Sommer mit Aktionen

„Wir leisten gewaltfrei Widerstand gegen die tödliche Politik“, schreiben die Klima-Aktivisten in einem Post auf Twitter. Dazu veröffentlichten sie ein Video, dass Protestierende am Montag auf einer Kreuzung in Berlin zeigt. Mit den Aktionen wollen sie sich laut einer Mitteilung „dem aktuellen Kurs der Regierung, der uns mit Vollgas in die Klimakatastrophe rasen lässt“ widersetzen.

Seit dem Sommer machen Klima-Aktivisten des Netzwerks „Letzte Generation“ mit drastischen Aktionen Schlagzeilen: Sie beschütten Kunstwerke in Museen etwa mit Tomatensoße und kleben sich an die Rahmen. Sie kleben sich auch auf Straßen und auf Flughäfen-Gelände fest, in Berlin legte sie dabei einmal stundenlang den Betrieb lahm. (mit dpa)