Ein russisches Flugzeug der Volga-Dnepr Airlines ist von Moskau in die slowakische Hauptstadt Bratislava geflogen. Offiziell ist der Luftraum der Europäischen Union für russische Flieger gesperrt. Für den Flug der Maschine mit dem Kennzeichen RA-76952 gab es eine Ausnahmegenehmigung. Nach Angaben der slowakischen Behörden befand sich an Bord der Il-76 Nuklearbrennstoff aus Russland. In der Slowakei werden zwei Kernreaktoren sowjetischer Bauart betrieben. Zunächst berichtete die Flugrevue.

Für den Flug habe man „gemäß geltender Vorschriften eine Ausnahme“ vom Einflugverbot erlassen, heißt es dazu in einer offiziellen Mitteilung des slowakischen Wirtschaftsministeriums. Und weiter: „Diese Ausnahmen können im Fall von humanitärer Hilfe und Kernbrennstoff angewandt werden.“ Volga-Dnepr Airlines habe den benötigen Brennstoff aus der Russischen Föderation in die Slowakei transportiert. Das Wirtschaftsministerium habe so „dazu beigetragen, die Versorgung mit Kernbrennstoff zu sichern, der vom slowakischen Elektrizitätsunternehmen Slovenské Elektrárne verwendet wird“.

Die Maschine mit dem Kennzeichen RA-76952 flog von Moskau über Weißrussland, passierte die polnische Grenze und flog dann weiter nach Süden. Rund zweieinhalb Stunden nach dem Start landete das Flugzeug in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei. Am späten Abend hob der Flieger ab und verließ den Luftraum der EU wieder.

Die EU hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission hatte dazu mitgeteilt: „Die EU hat ihren Luftraum für alle in russischem Besitz befindlichen, in Russland registrierten oder von Russland kontrollierten Flugzeuge geschlossen. Diese Flugzeuge sind seit heute früh nicht mehr in der Lage, im EU-Gebiet zu landen, zu starten oder es zu überfliegen“.