Trotz Personalmangel: 700 Berliner Feuerwehrleuten droht Zwangspensionierung

Regelmäßiger Notstand und Arbeit ohne Ende – dennoch könnte die Berliner Feuerwehr bald 700 Leute gegen ihren Willen in Rente schicken. Das ist der Grund.

Feuerwehr im Einsatz in Berlin
Feuerwehr im Einsatz in Berlinimago/Markus Schwarz

Hunderten Berliner Feuerwehrleuten soll eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand drohen. Das berichtet die Berliner Morgenpost am Montag. Trotz des Personalmangels könnten demnach Mitarbeitende gegen ihren Willen pensioniert werden, weil sie nicht mehr auf dem Löschzug mitfahren können, heißt es in dem Bericht.

Laut der Feuerwehrgewerkschaft können aktuell etwa 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre ursprünglichen Aufgaben aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erfüllen. Einige von ihnen seien erst 30 oder 40 Jahre alt. Es drohe perspektivisch eine vorzeitige Pensionierung, so Manuel Barth, Sprecher der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) Berlin-Brandenburg.

„Aktuell sollen 75 Mitarbeiter in den Vorruhestand geschickt werden, weil sie nicht mehr uneingeschränkt feuerdiensttauglich sind“, sagt Barth gegenüber der Zeitung. Zwei Fälle seien bereits gerichtlich bestätigt. So müsse etwa die Stelle eines 58-jährigen Mitarbeiters in einer Schlauchwerkstatt nun nachbesetzt werden, während er in Rente geschickt werde. Dies geschehe wohl gegen den Willen des 58-Jährigen – und auf Kosten der Steuerzahler. „Das ist doch absurd“, findet Barth.

Genug Arbeit bei der Feuerwehr auch abseits von Löscheinsätzen

Denn Arbeit gebe es auch im Innendienst genug. Dazu zählen etwa Arbeiten in der Schlauchwerkstatt, als Gerätewart in der Feuerwehrschule oder bei der Dokumentation zur Einsatzvor- und -nachbereitung sowie Material- oder Medikamentenbestellungen. Aufgrund des gestiegenen Einsatzaufkommens, das zur Überlastung und mittlerweile beinahe täglich zum Ausnahmezustand führt, könne die Arbeit im Innendienst aktuell nicht mehr „nebenbei“ geregelt werden.

Das Problem: Wer aus gesundheitlichen Grünen aus dem Außendienst in den Innendienst abgeordnet werde, belege weiterhin eine nötige Stelle für Löscheinsätze. Die Pensionierung ist den Angaben zufolge der einzige Weg, um die Stelle frei zu machen.


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