Berlin - Mit einer Fahrraddemo vom Kanzleramt in Mitte bis zum Hermannplatz haben sich Protestierende in Neukölln gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union entlang der Balkanroute gewandt. Rund 100 Menschen forderten unter anderem die Aufnahme von Geflüchteten aus dem bosnischen Camp Lipa. 

„Die katastrophale Notlage für die Schutzsuchenden in Bosnien-Herzegowina ist die Folge der europäischen Abschottungspolitik“, erklärten die Veranstalter der „Balkanbrücke“. Auch die Bundesregierung verhindere trotz Aufnahmebereitschaft deutscher Kommunen menschliche Lösungen für Flüchtlinge, die an den EU-Außengrenzen teilweise ohne Obdach in der Kälte ausharren müssten.

Das Camp Lipa im Nordwesten Bosniens war im Dezember von der Internationalen Organisation für Migration geräumt worden, weil die bosnischen Behörden es nicht winterfest gemacht hatten. Die Migranten blieben zeitweise bei winterlichem Wetter unter freiem Himmel. Bosnien-Herzegowina grenzt an Kroatien und liegt somit an einer EU-Außengrenze.

Wegen zwei weiteren geplanten Demonstrationen in Neukölln und einer Kundgebung in Schöneburg ist in Berlin am Sonnabend weiterhin mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Laut Verkehrsinformationszentrale startet am Hermannplatz um 13 Uhr die erste Demo, die über Kottbusser Damm, Kottbusser Tor, Wiener Straße zum Oranienplatz führt. Um 15.30 Uhr startet die zweite Demonstration, die über den Kottbusser Damm zum Kottbusser Tor geführt wird.

Wegen einer Kundgebung ist unterdessen in Schöneberg die Potsdamer Straße in der Zeit von 12 bis 18 Uhr in Richtung Hauptstraße zwischen Pallasstraße und Grunewaldstraße gesperrt. Es besteht Staugefahr.