Ein Modellprojekt für Berlins Innenstadt: Ende August wurde ein Teil der Friedrichstraße gesperrt, um den Einzelhandel zu unterstützen.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinEin Teil der Friedrichstraße ist Ende August für den Autoverkehr gesperrt worden. Am Donnerstagmorgen wurden Fotos auf Twitter veröffentlicht, die zeigen, wie ein Mann die Baken wegräumt. Vermutlich standen sie dem Autofahrer im Weg, vermutete der Fotograf. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt würden immer häufiger Autos, Lastwagen und Paketdienste durch die eigentlich autofreie Friedrichstraße fahren. Das Problem soll in den nächsten Tagen behoben werden.

Auf Anfrage der Berliner Zeitung sagte ein Polizeisprecher, er habe keine Kenntnis davon, dass die Friedrichstraße wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist das Problem bekannt. Demnach sollen Autofahrer und Lastwagenfahrer in regelmäßiger Häufigkeit die Straßenbaken beiseite räumen, um durch den gesperrten Bereich zu gelangen. 

„Die meisten dieser Vergehen passieren, weil sich Fahrer des Lieferverkehrs verirren“, erklärte Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. In der Kronenstraße, die über die Friedrichstraße verläuft, müssen täglich zwei Supermärkte beliefert werden. Um dies zu gewährleisten, ist die Kronenstraße in diesem Bereich zu bestimmten Zeiten für den Lieferverkehr geöffnet. Da auch Lastwagen mit Anhänger durch die Kronenstraße fahren und aufgrund ihrer Größe nicht wenden können, wurden an der Kreuzung zur Friedrichstraße keine durchgehenden Poller errichtet, so Thomsen. Diese Lücken nutzten aber auch dreiste Autofahrer. Bei anderen Verkehrsteilnehmern sei es einfach ein Missverständnis. Sie denken, sie dürften da durchfahren.

Neue Poller für die Friedrichstraße

Wie der Senatssprecher versicherte, sollen „diese kleinen Wehwehchen in den kommenden Tagen behoben werden“. Es könnte sein, dass an dieser Stelle nachträglich zusätzliche Poller errichtet werden. 

Der Abschnitt ist offiziell für durchfahrende Autos mit Schildern gesperrt. Mit dem Modellprojekt hofft Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) auf eine Belebung des Einzelhandels während der Corona-Pandemie. Das Konzept, „dass nur Autos durchgeführt werden“, komme an seine Grenzen, sagte Günther im Inforadio des RBB. Das Projekt soll Ende Januar des kommenden Jahres beendet und ausgewertet werden.