Anhänger der „Querdenken-231“- Organisation protestieren in Dortmunds Innenstadt gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. 
Foto: dpa/Roberto Pfeil

Dortmund Rund 1100 Menschen haben am Sonntag nach Polizeiangaben in der Dortmunder Innenstadt gegen die Corona-Auflagen demonstriert. Viele Teilnehmer der Initiative „Querdenken“ hätten keinen Mund-Nasen-Schutz getragen oder die Maske abgenommen, berichtete die Polizei. Der Veranstalter habe sich darauf berufen, dass sehr viele durch ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreit seien, sagte eine Sprecherin. Bei Überprüfungen waren am Nachmittag bereits mindestens zwei Fälschungen festgestellt und Strafanzeigen aufgenommen worden.

Mit großem Aufgebot hatte sich die Polizei in Dortmund auf die ursprünglich angemeldeten rund 3000 Protestierenden vorbereitet. Dortmund zählt zu den Städten, die die höchste Corona-Warnschwelle überschritten haben - mit über 50 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Am Sonntag wies das Robert Koch-Institut die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz hier mit 66,5 aus. Das heißt, es gelten verschärfte Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht auch in Fußgängerzonen und auf vollen Plätzen.

Auf den Transparenten der „Querdenker“ standen Sprüche wie „Corona Diktatur Union“ oder „Grundgesetz leben - gegen die Impf-Mafia“. Auf einer - unterhalb der Nase getragenen - Maske stand: "Maulkorb". Ein einsamer Gegendemonstrant hielt in der Menge sein Schild hoch mit der Aufschrift „Corona tötet. Tragt Masken!“ Zu Ausschreitungen kam es nach Angaben der Polizei vom Sonntagnachmittag nicht.

Die Behörden hatten im Vorfeld angekündigt, konsequent gegen gesundheitsgefährdendes Verhalten einzuschreiten. Dazu setzte die Polizei auch eine Drohne ein. Vorgeschrieben waren eine Aufteilung in Kleingruppen mit maximal fünf Personen, Mindestabstände und Mund-Nasen-Bedeckung.