WashingtonDer noch amtierende US-Präsident Donald Trump hat den Chef der Cybersicherheitsbehörde CISA gefeuert, nachdem dieser seinen Behauptungen über vermeintlichen Wahlbetrug widersprochen hatte. Chris Krebs sei „mit sofortiger Wirkung entlassen“, schrieb Trump auf Twitter. 

CISA steht für Cybersecurity and Infrastructure Security Agency und hatte die Wahl vom 3. November als „die sicherste in der Geschichte der USA“ bezeichnet.  Der entlassene Behördenchef reagierte ebenfalls auf Twitter: „Es ist mir eine Ehre, zu dienen. Wir haben es richtig gemacht“, schrieb er.

Krebs' Erklärung zur Sicherheit der Wahl sei „höchst ungenau, weil es massive Unregelmäßigkeiten und Betrug gab“, twitterte Trump, erneut ohne Belege für seine Behauptung eines Wahlbetrugs anzuführen. Die dem Heimatschutzministerium unterstellte CISA war bei der Wahl für die Abwehr möglicher Cyberattacken zuständig.

Kritik auch von Republikanern

Wegen der Entlassung von Krebs kritisieren Trump auch Mitglieder seiner eigenen Partei, der Republikaner. Krebs und sein Team hätten „fleißig daran gearbeitet, unsere Wahlinfrastruktur zu stärken, indem sie dazu beitrugen, Schwachstellen abzusichern“, sagte der republikanische Senator Richard Burr, der bis vor Kurzem Vorsitzender im Geheimdienstausschuss war.

Die zu den Demokraten gehörende Sprecherin des Repräsentenhauses, Nancy Pelosi sagte, warf dem Präsident vor, Krebs entlassen zu haben, weil dieser die Wahrheit gesagt und Trumps „konstante Kampagne über Wahlfälschungen zurückgewiesen“ habe.

Wahlbehörden wiesen Aussagen zurück

Das Weiße Haus war Berichten zufolge besonders mit einer zur Bekämpfung von Falschinformationen eingerichteten CISA-Webseite unzufrieden. Sie wies unter anderem auch die von Trump aufgestellte Behauptungen zurück, wonach viele Stimmen im Namen von Toten abgegeben worden seien.

CISA hatte außerdem eine gemeinsame Erklärung von US-Wahlbehörden veröffentlicht, in der die die Vorwürfe des Amtsinhabers erneut zurückgewiesen wurden. Trump hatte beispielsweise behauptet, ein Hersteller von Wahlgerätschaften habe 2,7 Millionen Stimmen „gelöscht“.