Zerstörte Häuser nach der Explosion in Beirut.
Foto: AP/Hassan Amma

WashingtonUS-Präsident Donald Trump hat eingeräumt, dass entgegen seinen vorherigen Angaben die verheerende Explosion in Beirut doch durch einen Unfall ausgelöst worden sein könnten. Es könne sich um einen „Unfall“ oder um einen „Angriff“ handeln, sagte Trump laut der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Zum jetzigen Zeitpunkt wisse dies „niemand“.

Am Vortag hatte Trump mit der Aussage für Wirbel gesorgt, bei der Explosion habe es sich mutmaßlich um einen „furchtbaren Angriff“ mit einer „Art von Bombe“ gehandelt. Dies hätten ihm seine Generäle nahegelegt.  Der Nachrichtensender CNN zitierte drei anonyme US-Verteidigungsvertreter, die Trumps Aussage direkt widersprachen. Demnach gab es keine Hinweise für einen solchen Angriff oder Anschlag. Ein Verteidigungsvertreter sagte laut CNN, würden die USA tatsächlich von einem Bombenangriff ausgehen, würde der Schutz von US-Truppen und US-Einrichtungen in der Region automatisch verstärkt. Dies sei aber nicht der Fall. Wenig später widersprach auch US-Verteidigungsminister Mark Esper der Aussage. „Ich informiere mich über das, was passiert ist“, sagte Esper bei einer Online-Diskussionsveranstaltung. „Die meisten Menschen denken, dass es ein Unfall war.“

Bei der gewaltigen Explosion am Hafen von Beirut wurden nach Angaben der libanesischen Regierung mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5000 wurden verletzt. Geschätzt wird, dass bis zu 250.000 Einwohner ihre Wohnungen verloren haben. Die genaue Ursache der Detonation ist noch unklar. Sie steht nach unterschiedlichen Berichten in Verbindung mit großen Mengen Ammoniumnitrat, die jahrelang im Hafen ohne Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden sein sollen.