Washington - Der frühere US-Präsident Donald Trump soll einem neuen Buch zufolge drei Tage vor seinem ersten Wahlkampf-Rededuell mit seinem Herausforderer Joe Biden positiv auf das Coronavirus getestet worden sein - und damit knapp eine Woche vor seiner offiziell verkündeten Corona-Erkrankung. Trump sei am 26. September 2020 an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One über das positive Testergebnis informiert worden, schreibt Trumps damaliger Stabschef Mark Meadows laut der britischen Tageszeitung „Guardian“ in einem bald erscheinenden Buch.

Ein zweiter Test sei dann aber negativ ausgefallen. Trump habe dies als „volle Erlaubnis angesehen, weiterzumachen als sei nichts geschehen“, schreibt Meadows demnach. „Nichts“ habe den damaligen Amtsinhaber von dem TV-Duell mit Biden drei Tage später in der Stadt Cleveland abhalten können. Die Debatte vom 29. September 2020 wurde zu einer wahren Schlammschlacht, weil Trump seinem demokratischen Herausforderer pausenlos ins Wort fiel.

Wenige Tage später wurde Trump dann erneut positiv auf das Coronavirus getestet. Er gab dies in der Nacht zum 2. Oktober im Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt und wurde kurze Zeit später mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen, wo er mehrere Tage lang behandelt wurde. Geimpft war zu diesem Zeitpunkt noch niemand. In den USA begannen die Corona-Impfungen erst im Dezember 2020.

Die Öffentlichkeit wurde über den ersten positiven Corona-Test vom 26. September, von dem sein früherer Stabschef jetzt berichtet, nie unterrichtet. „Ich wollte nicht die Öffentlichkeit alarmieren, wenn es keinen Grund zur Sorge gab - was laut dem neuen, genaueren Test der Fall war“, schreibt Meadows laut „Guardian“ in seinem neuen Buch.

Trump wies die Angaben am Mittwoch zurück: „Die Geschichte, dass ich vor oder während der ersten Debatte Covid hatte, ist Fake News“, erklärte der 75-Jährige. „Fakt ist, dass ein Test gezeigt hat, dass ich vor der Debatte kein Covid hatte.“

Trump ist für seinen Umgang mit der Corona-Pandemie immer wieder scharf kritisiert worden. Kritiker werfen dem Ex-Präsidenten vor, die Gefahr durch das Virus lange Zeit kleingeredet und einen effektiven Kampf gegen die Pandemie behindert zu haben. Unvergessen ist seine Anregung vom April 2020, Corona-Patienten mit Injektionen von Desinfektionsmittel oder Lichtbestrahlung zu behandeln. In den USA sind bislang mehr als 780.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben - die höchste registrierte Zahl weltweit.