PragDas tschechische Parlament hat am Freitag den seit Anfang Oktober geltenden Coronavirus-Notstand bis zum 20. November verlängert. Dafür stimmten 86 Abgeordnete. Es gab 11 Gegenstimmen und keine Enthaltungen. Die Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte sich für eine Verlängerung bis zum 3. Dezember starkgemacht, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Das Land mit seinen knapp 10,7 Millionen Einwohnern hat einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa zu verzeichnen. Im Rahmen des Ausnahmezustands gelten weitgehende Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre. Restaurants und Schulen sowie die meisten Geschäfte sind geschlossen.

„Es ist offensichtlich, dass wir unseren Kampf noch längst nicht gewonnen haben“, sagte Babis vor den Abgeordneten. Die Mobilität der Menschen sei nicht so stark zurückgegangen wie während des ersten Lockdowns im Frühjahr. Es gelte, einen Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern und verletzliche Gruppen wie Senioren zu schützen.

Die Behörden vermeldeten am Freitag 13.051 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Anzahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung seit Beginn der Pandemie stieg auf 2862. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC starben binnen 14 Tagen statistisch gesehen 15,3 Menschen je 100.000 Einwohner – aktuell der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.