Ankara bestellt schwedischen Botschafter ein

Grund dafür ist ein angeblicher Vorfall an der türkischen Botschaft in Stockholm. Demnach geht es um „Terrorpropaganda“.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan 
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan AP/Burhan Ozbilici

Das türkische Außenministerium hat Berichten zufolge den schwedischen Botschafter in Ankara einbestellt. Hintergrund sei ein Vorfall an der türkischen Botschaft in Stockholm, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf diplomatische Quellen.

Demzufolge sollen Bilder auf das Gebäude der Vertretung Ankaras in Schweden projiziert worden sein, die „Terrorpropaganda“ und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beleidigende Inhalte enthalten hätten. Dahinter stünden der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK nahestehende Gruppen, hieß es. Botschafter Staffan Herrström habe erklärt, notwendige Maßnahmen einzuleiten, schrieb Anadolu.

Türkei blockiert Nato-Beitritt Schwedens

Das schwedische Außenministerium bestätigte der schwedischen Nachrichtenagentur TT am Montagabend ein Treffen von Stockholms Botschafter im türkischen Außenministerium. Details wollte das Ministerium demnach nicht nennen.

Ankara blockiert derzeit den Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands und begründet dies unter anderem mit angeblicher Unterstützung der syrischen Kurdenmiliz YPG durch die beiden Länder. Die Türkei sieht die YPG als Ableger der PKK. Ankara fordert unter anderem die Auslieferung mehrerer Menschen von den Nato-Anwärtern. Einige davon sollen türkischer Darstellung zufolge der PKK nahestehen.