AnkaraDie Türkei hat den Abbruch eines Einsatzes deutscher Marinesoldaten zur Kontrolle des UN-Waffenembargos gegen Libyen erzwungen. Angaben des Einsatzführungskommandos zufolge waren die deutschen Soldaten im Mittelmeer an Bord eines ihrem Eindruck nach verdächtigen türkischen Frachtschiffes gegangen, um die Ladung zu kontrollieren. 

Wenig später habe dann allerdings die Türkei als Flaggenstaat ein Veto gegen die Durchsuchung des Schiffes eingelegt. Die deutschen Soldaten mussten daraufhin den Einsatz abbrechen. Deutschland beteiligt sich seit August mit einer Fregatte an der EU-Operation Irini zur Kontrolle des Libyen-Embargos. Neben Waffen soll der Einsatz auch das Schmuggeln von Öl und Kraftstoff verhindern.

Im Libyen herrscht seit 2011 Bürgerkrieg. Die offiziellen Regierungstruppen werden von der Türkei unterstützt, ihr Gegner – General Chalifa Haftar – von Ägypten, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland. Zuletzt einigten sich die Konfliktparteien Ende Oktober auf einen Waffenstillstand.