İnegöl - Stundenlang suchten Einsatzkräfte nachts in der türkischen Provinz Bursa nach einem Vermissten. Zum Schluss lagen sich der betrunkene Mann und seine erschöpften Retter lachend in den Armen. Weil er helfen wollte, hatte sich der 50-Jährige dem Trupp zwischenzeitlich angeschlossen – ohne zu wissen, nach wem eigentlich gesucht wird. 

Laut Medienberichten aus der Türkei hat sich die skurrile Rettungsaktion genau so zugetragen. Doch von vorn: Bayhan Mutlu hatte mit seinen Freunden die halbe Nacht durchgezecht. Irgendwann sollen sich die betrunkenen Männer aus den Augen verloren haben. Wie unter anderem der türkische Nachrichtensender NTV berichtete, war Mutlu allein in ein Waldstück gegangen und nicht wieder aufgetaucht.

Zusammen mit freiwilligen Helfern aus der Gegend durchkämmte eine Gruppe von Einsatzkräften das Waldstück in der ländlichen Region Inegöl, in der Mutlu zuletzt gesehen worden war. Was sie nicht ahnten: Der Mann, nach dem sie suchten, befand sich unter ihnen. Er hatte sich offenbar ohne großes Aufheben unter die Retter gemischt und nach sich selbst gesucht.

Irgendwann kam der rettende Durchbruch: Jemand aus dem Rettungsteam habe lautstark Mutlus Namen gerufen. Daraufhin trat jemand aus ihren eigenen Reihen nach vorne und fragte: „Wen suchen wir?“ Um im selben Atemzug zu erklären: „Ich bin doch hier.“ Wie lange die Vermisstensuche insgesamt dauerte und wie lange der Vermisste gemeinsam mit den Einsatzkräften suchte, war zunächst unklar.

Da es dunkel im Wald war, hatten auch die helfenden Dorfbewohner ihren Nachbarn nicht erkannt. Nach all der Berichterstattung in den türkischen Medien kennen nun ziemlich viele Menschen das Gesicht von Bayhan Mutlu.