Elon Musk nach Abwahl: Abstimmung nur noch für zahlende Kunden

Nachdem eine Mehrheit für den Rücktritt des Twitter-Chefs gestimmt hat, rudert Musk scheinbar zurück. Künftig sollen nur noch Abo-Kunden ein Stimmrecht haben.

Auf Twitter sollen künftig nur noch Abokunden an Abstimmungen teilnehmen dürfen.
Auf Twitter sollen künftig nur noch Abokunden an Abstimmungen teilnehmen dürfen.dpa/Zuma/Adrien Fillon

Nachdem Twitter-Besitzer Elon Musk sich am Montag von den Nutzern der Plattform als Unternehmenschef abwählen lassen hat, gibt es Hinweise darauf, dass der in die Kritik geratene Multimilliardär den Posten nun doch behalten könnte. In einem Tweet vom Dienstag schlug ein Nutzer vor, dass künftig nur noch Kunden des von Musk eingeführten Bezahlabos „Twitter-Blue“ bei wichtigen Abstimmungen teilnehmen sollten. Die kurze Antwort des CEOs: „Guter Punkt. Twitter wird diese Änderung vornehmen.“

Während Musk sich nach dieser Ankündigung eher bedeckt hielt – ein ungewöhnliches Verhalten für den Tesla-Mogul – stießen die geplanten Änderungen weitgehend auf Unverständnis. „Sie wollen also nur noch Leute wählen lassen, die bereit sind, Ihnen ihr Geld zu geben?“, fragte ein Nutzer. Ein anderer fügte sarkastisch hinzu: „Es scheint fast so, als ob der Kaiser keine Kleider hätte.“

Mehrheit wählt Musk als Twitter-Chef ab

In der Abstimmung vom Montag hatte sich mit 57,5 Prozent eine Mehrheit der über 17 Millionen Teilnehmer für den Rücktritt des 51-Jährigen als amtierender Geschäftsführer ausgesprochen. An diesem Votum hatten noch alle Nutzer – einschließlich derer ohne ein gebührenpflichtiges Abo – teilnehmen dürfen. Obwohl Musk im Vorfeld betont hatte, sich „an das Ergebnis dieser Abstimmung halten“ zu wollen, gibt es bislang keine Anzeichen für einen baldigen Rücktritt des Unternehmers.

Musk hatte die Online-Plattform im Oktober für 44 Milliarden US-Dollar gekauft und kurz danach einen Großteil der Belegschaft entlassen. Während er selbst sich öffentlich als Verfechter der Meinungsfreiheit inszeniert, beklagen Kritiker seit der Twitter-Übernahme Musks zunehmend Zensur auf der Plattform. So sind Links zu Konkurrenz-Anbietern wie Facebook oder Mastodon seit kurzem auf Twitter verboten.

Die zeitweise Sperrung der Accounts mehrerer US-Journalisten, die im Vorfeld kritisch über Musk und Twitter berichtet hatten, zog auch die Aufmerksamkeit internationaler Politiker auf sich. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach von einem „gefährlichen Präzedenzfall“. Das EU-Parlament in Straßburg forderte Musk dazu auf, sich vor den Abgeordneten zu dem Vorfall zu äußern.