Berlin - Unfälle, Raubtaten und Diebstähle: In Berlin kommt es täglich zu zahlreichen Straftaten. Nicht alle werden von der Polizei vermeldet. Oft kommt es darauf an, als wie schwer der Unfall oder das Verbrechen bewertet wird. Hin und wieder finden besonders schreckliche Straftaten gar nicht den Weg in die Öffentlichkeit – die Polizei rechtfertigt derartige Selektionen dann oft damit, dass dies die Ermittlungen behindere. Am 1. Oktober soll es für 24 Stunden anders laufen. Das kündigte die Polizei am Montag an. 

Dann nämlich will die Behörde alle eingehenden Notrufe aus der Einsatzleitzentrale auf dem Twitter-Kanal @PolizeiBerlin_E  veröffentlichen. Derartige Aktionen hatten in der Vergangenheit bereits kleinere Einblicke in das Einsatzgeschehen der Behörde gegeben. Kampagnen wie zum Beispiel #24hPolizei oder #NoNotruf dienen vor allem dazu, dass die Berliner für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Notruf sensibilisiert werden, erklärte ein Polizeisprecher.

Mit der Twitter-Aktion soll aber auch Werbung für den Job als Polizistin oder Polizist gemacht werden. Denn jedes Jahr sucht die Behörde händeringend nach geeignetem Nachwuchs. Immer wieder mangelt es an vielen guten Bewerberinnen und Bewerbern, hieß es zuletzt aus Polizeikreisen. Eine junge Polizistin berichtet deshalb seit Anfang September auf ihrem Instagram-Profil über die Verbrecherjagd in Berlin, um insbesondere jungen Leuten einen Einblick in die Arbeit zu geben. 

Twitter-Aktion der Polizei soll nahezu bundesweit stattfinden 

Die jetzt angekündigte Kampagne für den 1. Oktober soll erstmalig fast bundesweit umgesetzt werden. Unter dem gemeinsamen Hashtag #polizei110 werden nach Angaben der Polizei die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Bayern und die Bundespolizei ebenfalls eingehende Notrufe veröffentlichen.

Die Polizei Berlin wird daher in der Einsatzzeit von 11 bis 21 Uhr neben ihren eigenen Beiträgen auch ausgewählte Tweets anderer Städte kommentiert verbreiten.