Berlin - Ein Bäcker, der wegen privater Schulden eine Bankfiliale in Berlin-Friedrichshain überfallen haben soll, hat vor dem Landgericht gestanden. Er bereue seine Taten, erklärte der 43-Jährige zur Prozessbeginn am Dienstag. Sämtliche Vorwürfe würden zutreffen. Der Mann hatte bei der Tat im September 2020 laut Anklage Angestellte mit einer Schreckschusswaffe und einer angeblichen Bombe im Rucksack bedroht. Er habe 5000 Euro erbeutet.

Die Flucht des Mannes sei kurz gewesen, teilte die Polizei damals mit. Mehrere Zeugen, darunter die Besatzung eines Rettungswagens, hätten den Verdächtigen verfolgt und schließlich die alarmierten Einsatzkräfte der Polizei auf den Flüchtenden aufmerksam gemacht. Der mutmaßliche Bankräuber sei daraufhin festgenommen und das erbeutete Geld beschlagnahmt worden.

Vorangegangene Betrugsversuche 

Bereits vor dem Überfall habe der Bäcker in sechs Fällen gefälschte Überweisungsträger bei zwei Bankfilialen eingereicht – „um wegen privater Schulden an ihm nicht zustehende Geldbeträge zu gelangen“, heißt es in der Anklage. Er habe versucht, insgesamt 125.000 Euro von einem fremden Konto auf sein eigenes Bankkonto übertragen zu lassen. Zu einer Gutschrift sei es nicht gekommen.

Drei Wochen nach dem letzten Betrugsversuch hatte der Bäcker laut Anklage den Banküberfall verübt. Dabei habe er seinen Rucksack mit einem Sechserträger Bier und einer Küchenuhr beschwert, „um den Eindruck einer konventionellen Sprengvorrichtung zu erwecken“. Er habe die Schreckschusspistole auf eine Angestellte gerichtet und ihr einen Zettel vorgelegt, auf dem er „Tote und Verletzte“ durch eine Bombe im Rucksack androhte.

Der 43-Jährige muss sich wegen schwerer räuberischer Erpressung, versuchten Betrugs und Urkundenfälschung verantworten. Der Prozess wird am 4. März fortgesetzt.