Überfluss und purzelnde Preise: Spanien weiß nicht wohin mit dem Gas

Volle Speicher und sinkende Nachfrage: Spanien kämpft derzeit mit einer Gas-Schwemme. Auch die Preise fallen rasant.

Das spanische Unternehmen Enagas betreibt die größte LNG-Anlage Europas.
Das spanische Unternehmen Enagas betreibt die größte LNG-Anlage Europas.AP/Emilio Morenatti

Nachdem es noch vor kurzem zu Gasengpässen zu kommen drohte, fallen nun europaweit die Preise. Das betrifft insbesondere Spanien, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Dort koste das Gas, das zum Stromverbrauch am Donnerstag verwendet wird, 32 Euro pro Megawattstunde. Damit ist es ganze 10 Euro günstiger als am Vortag und liegt erstmals seit Mai unter der staatlich festgesetzten Obergrenze von 40 Euro.

Der nationale Gasnetzbetreiber Enagas wisse dem Bericht zufolge derzeit nicht, wohin mit dem Methan. Wie in Deutschland sind die Speicher in Spanien inzwischen zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Der Preisverfall dort und weiteren Ländern Europas liege dem Bericht zufolge vermutlich am ungewöhnlich warmen Wetter. Durch die spätsommerlichen Temperaturen werde zu Beginn der Heizperiode die Nachfrage nach dem Brennstoff gedrückt. Auch in Deutschland ist das der Fall.

LNG-Stau vor der Küste

Laut Enagas handele es sich um eine „außergewöhnliche Betriebssituation“. Womöglich müsse man demnächst das Anlanden von größeren Mengen verflüssigten Gases (LNG) ablehnen, denn die Kapazitäten seien komplett ausgelastet. Vor der Küste Spaniens stauen sich derzeit bereits mehrere Schiffe, die das verflüssigte Erdgas geladen haben.

Für den LNG-Stau gibt es zwei mögliche Erklärungen. Zum einen fehle es bislang noch an der nötigen Infrastruktur, wie etwa Pipelines, um größere Mengen des flüssigen Gases aufzunehmen. Deutschland verfügt beispielsweise noch über überhaupt keine eigenen LNG-Terminals. Zum anderen könnten die Schiffe freiwillig warten, bis die Nachfrage und so auch die Preise wieder steigen.