Überlastung: Sozialamt Neukölln schließt für zwei Wochen

Viele Ukraine-Flüchtlinge und etliche Anträge auf Energiekosten-Zuschüsse bringen Sozialämter in Berlin an die Grenzen. Neukölln macht nun für zwei Wochen zu.

Viele Flüchtlinge aus der Ukraine kommen über Polen erst einmal in Berlin an. 
Viele Flüchtlinge aus der Ukraine kommen über Polen erst einmal in Berlin an. Benjamin Pritzkuleit

Das Sozialamt in Neukölln schließt wegen Überlastung für zwei Wochen. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet, können Besucher vom 10. bis 25. November keine Sprechzeiten mehr für die Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt und zum Asyl, Wohnungsnotfälle und den Teilhabefachdienst wahrnehmen.

„Es ist der absolute Notfall. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen die Zeit, um die Rückstände abzuarbeiten, weil wir völlig unterausgestattet sind im Sozialamt“, sagte der Sozialstadtrat des Bezirks, Falko Liecke (CDU), der RBB-„Abendschau“ am Donnerstag. „Die Not ist schon ziemlich groß. Wir haben bedingt durch die Ukraine-Flüchtlinge unheimlich große Berge an Rückstau, an nicht bearbeiteter Post, an Unterlagen, die nicht bearbeitet werden können derzeit“, sagte Liecke. Die Sachbearbeiter müssen in dieser Zeit liegengebliebene Anträge und Post bearbeiten, Altfälle schließen und Neuanträge aufnehmen.

Arbeit wie im Hamsterrad

Laut dem RBB-Bericht befinden sich angesichts erneut steigender Flüchtlingszahlen mehrere Sozialämter in Berlin und Brandenburg an der Belastungsgrenze. Hinzu kommen wegen der steigenden Energiepreise etliche Anträge auf Zuschüsse zu den Energiekosten.

Es fehle schlicht an Personal. „Und das ist eines unserer Hauptprobleme, dass wir hier wie in einem Hamsterrad arbeiten.“ Das Sozialamt soll deshalb ab Mitte November für zwei Wochen schließen. „Da ist übrigens Neukölln nicht alleine mit, sondern alle Bezirkssozialämter haben dieses Problem“, sagte Liecke.

Auch andere Sozialämter hatten laut dem Bericht bereits überlegt, wegen Überlastung vorübergehend zu schließen, etwa Tempelhof-Schöneberg. Der Bezirk habe sich aber letztlich dagegen entschieden. Nadja Zivkovic (CDU), stellvertretende Bürgermeisterin im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, bestätigte das. In ihrem Bezirk sei es allerdings nicht ganz so drastisch wie in Neukölln. „Wir wuppen es im Moment noch, aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch überlastet.“