Kamloops - Überreste von 215 Kindern kanadischer Ureinwohner sind auf einem Grundstück einer sogenannten Residential School in Kanada entdeckt worden. Sie seien bei Radar-Untersuchungen des Grundstücks in der Nähe der Stadt Kamloops im Westen Kanadas gefunden worden, teilte Rosanne Casimir, Chefin des dort lebenden indigenen Volks der Secwépemc mit. „Unseres Wissens nach handelt es sich um nicht dokumentierte Todesfälle. Manche waren nur drei Jahre alt.“

Trudeau entschuldigt sich bei indigenen Völkern

Die sogenannten Residential Schools waren eine Art Internat, von denen es in Kanada Tausende gab. Kinder von Ureinwohnern wurden gezwungen, die Schulen zu besuchen. Ihnen wurde verboten, ihre Muttersprache zu sprechen und die eigene Kultur auszuüben. Manche Kinder sahen ihre Eltern jahrelang nicht. Ziel der Schulen war es, die Kultur der indigenen Völker auszulöschen. Die Residential School in Kamloops war von 1890 bis 1969 in Betrieb. Ein vollständiger Bericht über die Funde werde folgen, kündigte Casimir an.

Die Nachricht breche sein Herz, teilte Premierminister Justin Trudeau am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Es ist eine schmerzhafte Erinnerung an dieses dunkle und schamvolle Kapitel in der Geschichte unseres Landes.“

Trudeau hatte sich bei den indigenen Völkern des Landes entschuldigt und Kanada arbeitet an Aufarbeitung und Wiedergutmachung. Trotzdem gibt es immer noch Diskriminierung und Ungleichheit.