Ukraine: Auch Portugal will Leopard-2-Panzer liefern

Portugal will einen Beitrag zur „kollektiven Anstrengung leisten“. Die Aufstellung einer europäischen Panzer-Allianz gestaltet sich allerdings schwierig. 

Auch Portugal will Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine liefern. 
Auch Portugal will Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 an die Ukraine liefern. dpa/Federico Gambarini

Portugal hat sich bereit erklärt, der Ukraine in den kommenden Monaten Leopard-2-Kampfpanzer zu liefern. Wie Ministerpräsident Antonio Costa nach Angaben der Nachrichtenagentur Lusa vom Samstag sagte, ist seine Regierung in engen Gesprächen mit Deutschland, um die teils nicht funktionsfähigen Panzer instand zu setzen. Eine Zahl für die Lieferung nannte Costa zunächst nicht.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte nach langem Zögern am 25. Januar die Lieferung von 14 Leopard-2-Kampfpanzern aus Bundeswehrbeständen an die Ukraine angekündigt. Die Bundesregierung nannte dabei das Ziel, zusammen mit europäischen Partnern „rasch zwei Panzerbataillone mit Leopard-2-Panzern für die Ukraine zusammenzustellen“. Dies wären nach deutschen Standards fast 90 Panzer.

Keine festen Zusagen: Aufstellung der Panzer-Allianz gestaltet sich schwierig

Wie das Nachrichtenmagazin Spiegel in seiner neuen Ausgabe berichtet, gestaltet sich die Aufstellung der Panzer-Allianz aber schwieriger als erwartet. Demnach gab es bis zum Freitag von den europäischen Partnern, die zuvor öffentlich die Lieferung von modernen Kampfpanzern an die Ukraine eingefordert hatten, keine festen Zusagen. „Die Zusammenstellung der Bataillone entpuppt sich als mühsamer Kraftakt“, zitierte der Spiegel aus Regierungskreisen.

Die Bundesregierung habe deshalb Anfang der Woche eine diplomatische Initiative gestartet, um die Partner doch noch zu schnellen Entscheidungen zu bewegen, hieß es. Kanzler Scholz habe dazu selbst mit drei Regierungschefs aus Nord- und Südeuropa gesprochen.

Portugal wolle einen Beitrag zur „kollektiven Anstrengung leisten, die Ukraine mit den besten Mitteln zur Selbstverteidigung auszustatten“, sagte Costa bei einem Besuch in der Zentralafrikanischen Republik. Die Zahl von Panzern werde „zu gegebener Zeit“ genannt. Die betreffenden europäischen Länder wollten „vor Ende März liefern“.

Einige der Leopard-2-Panzer seien „nicht funktionsfähig“, sagte Costa. „Und aus diesem Grund müssen wir mit denjenigen zusammenarbeiten, die sie produzieren.“ Die Wochenzeitung Expresso hatte diese Woche berichtet, dass die Hälfte der 37 Leopard-Panzer der portugiesischen Armee defekt sei.