Die ukrainische Justiz hat Ermittlungsverfahren gegen zehn russische Soldaten wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Kiewer Vorort Butscha eingeleitet. Den Mitgliedern der 64. motorisierten Infanteriebrigade der russischen Armee werde unter anderem „die grausame Behandlung von Zivilisten“ vorgeworfen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag im Online-Dienst Telegram.

Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Butscha, die nach dem Abzug russischer Truppen aus dem Kiewer Vorort bekannt geworden waren, hatten Anfang April international Entsetzen ausgelöst. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, erklärte, Berichte aus Butscha und anderen Gebieten in der Ukraine legten nahe, dass es sich um Kriegsverbrechen handeln könnte.