Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine dürfen ihre mitgebrachten Haustiere in Deutschland behalten, wenn sie bereits eine eigene Unterkunft haben. Die Bundesländer haben sich dazu auf gemeinsame Regelungen verständigt, wie die Tierschutzbeauftragte der nordrhein-westfälischen Landesregierung, Gerlinde von Dehn, am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Angesichts der „schweren Krisensituation“ sollten Haustiere möglichst nicht von den Haltern getrennt werden.

Die Bundespolizei hat seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor mehr als drei Wochen in Deutschland etwa 200.000 Kriegsflüchtlinge erfasst. Viele haben Haustiere wie Hunde und Katzen dabei – wegen der schnellen Flucht aber nur selten Papiere über Impfungen der Tiere oder deren Kennzeichnung mit Mikrochips. Grundsätzlich gelten für das Mitbringen von Haustieren in die EU strenge seuchenrechtliche Bestimmungen, um beispielsweise Infektionen mit Tollwut auszuschließen.

Wegen der besonderen Lage einigten sich die Länder nun aber auf ein erleichtertes Verfahren, so Dehn. Demnach reicht es aus, wenn Flüchtlinge, die eine Unterkunft haben, ihre Tiere bei den kommunalen Veterinärbehörden melden. In Sammelunterkünften sei eine gemeinsame Unterbringung von Flüchtlingen und Haustieren allerdings nicht möglich. Die Einrichtungen seien für die Haltung von Tieren nicht ausgelegt. Zudem müssten Gesundheitsgefahren für andere ausgeschlossen werden. In solchen Fällen sollen nun private Organisationen bei der Weitervermittlung helfen.