Andrij Melnyk will sich bei Scholz entschuldigen

Weil der Kanzler nicht in die Ukraine reisen wollte, nannte Melnyk ihn eine „beleidigte Leberwurst“. Nun möchte der ukrainische Botschafter die Aussage zurücknehmen.

Andrij Melnyk
Andrij MelnykImago/Chris Emil Janßen

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, will sich bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für seine viel kritisierte „Leberwurst“-Aussage entschuldigen. „Das ist eine Äußerung, die ich im Nachhinein natürlich bedauere“, sagte Melnyk im Spiegel-Format „Spitzengespräch“. Er werde sich bei ihm persönlich entschuldigen, fügte der Diplomat hinzu. Die Äußerung sei „diplomatisch nicht angemessen“ gewesen und habe „viele Menschen nicht nur in Deutschland vor den Kopf gestoßen“.

Melnyk hatte Anfang Mai das vorläufige Nein von Scholz zu einer Kiew-Reise mit den Worten kritisiert: „Eine beleidigte Leberwurst zu spielen klingt nicht sehr staatsmännisch.“ Scholz besuchte schließlich nach langem Zögern Mitte Juni die Ukraine.

Leberwurst-Vergleich: Auch Selenskyj und Kuleba waren sauer auf Melnyk

Der Botschafter sagte zudem, dass die Aussage auch in der ukrainischen Regierung ein Ärgernis dargestellt habe. „Mein Präsident war not amused“, sagte Melnyk über die Reaktion Wolodymyr Selenskyjs. Auch habe er dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba seine Aussage erklären müssen.

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