Der Ukraine-Krieg hat auch Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. Wie das Wall Street Journal am Dienstag berichtet, haben die weltweit größten Containerschiffsbetreiber A.P. Moller-Maersk A/S und Mediterranean Shipping Co. erklärt, dass sie derzeit keine russischen Häfen bedienen würden. Dies gelte auch für solche Anlegestellen, die geografisch gesehen weit entfernt vom Krieg seien.

Grund für den Buchungsstopp bei Maersk sind laut Wall Street Journal die Sanktionen gegen Russland, die eine „Überlastung der Zollbehörden“ sowie eine „Änderung der Kreditbedingungen“ mit sich brächten. In einer Erklärung teilte Maersk jedoch offenbar auch mit, Lebensmittel würden weiterhin nach Russland transportiert werden.

Auch anderswo hat die russische Invasion gravierende Auswirkungen auf den Schiffsverkehr. So auch möglicherweise schon bald in Hamburg: Hier sagte der zuständige Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) bei einer Pressekonferenz, über die das Hamburger Abendblatt am Montag berichtete: „Wir werden Beeinträchtigungen haben.“ Welche genau, wisse man derzeit noch nicht. „Wir müssen ehrlicherweise abwarten, welche Unternehmen betroffen sein werden.“

Ingo Egloff, Marketingvorstand für den Hafen, blieb am Montag ebenfalls noch vage: „Der Krieg in der Ukraine wird sich auch auf die Umschlagsentwicklung des Hamburger Hafens auswirken. Aktuell lässt sich jedoch noch nicht sagen, inwieweit die Sanktionen gegenüber Russland den Handel beeinflussen werden.“ Andernorts sieht die Lage bereits düsterer aus als in der Hansestadt: Laut Wall Street Journal sitzen seit Kriegsausbruch Hunderte Schiffe in Häfen fest. So durfte dem Bericht zufolge beispielsweise das Frachtschiff Mustafa Necati, das unter liberischer Flagge verkehrt, nicht von einem Hafen nahe Odessa (Ukraine) auslaufen. Es sei blockiert, erklärte das Istanbuler Management des Schiffes.

Massiv seien die Auswirkungen im Schwarzen Meer, so der Bericht. Hier würden einige Handelsschiffe beschossen oder festgehalten werden. Diese Information kann allerdings nicht unabhängig überprüft werden. Das Wall Street Journal schreibt: „Die Unterbrechungen belasten die globale Lieferkette, die bereits seit zwei Jahren durch das Ungleichgewicht der Pandemie belastet ist.“

Großbritannien ergriff die wohl bislang schärfste Maßnahme: So verbot das Vereinigte Königreich allen russischen Schiff das Einlaufen in seine Häfen. In den Niederlanden, Belgien und Deutschland sollen Container, die nach Russland gehen sollen, gestoppt und inspiziert werden. Und Spanien forderte die EU bereits eindringlich auf, so das Mallorca Magazin unter  Berufung auf die Regierung von Pedro Sánchez, russischen Schiffen die Einfahrt in ihre Häfen zu untersagen. Zudem sollten Gewässer für russische Schiffe in der Europäischen Union gesperrt werden, hieß es. Das Wall Street Journal berichtet überdies unter Berufung auf Angaben von Lloyd's List Intelligence, einem auf die maritime Gemeinschaft spezialisierten Wirtschaftsinformationsdienst, dass mehr als 200 Schiffe stillstehen, die auf die Durchfahrt durch die Meerenge warten, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet.