Schlacht um Bachmut: Pro-russische Separatisten melden Einnahme von Dorf

In Bachmut und Soledar stoßen die ukrainischen Truppen bei der Verteidigung offenbar an ihre Grenzen. Ein Dorf soll schon eingenommen sein. Selenskyj verspricht Verstärkung.

Nach Angriffen steigt über den Außenbezirken der Stadt Bachmut in der Ukraine Rauch in die Luft.
Nach Angriffen steigt über den Außenbezirken der Stadt Bachmut in der Ukraine Rauch in die Luft.AP/Libkos

Pro-russische Separatisten haben eigenen Angaben zufolge ein Dorf in der Nähe der seit Monaten schwer umkämpften Stadt Bachmut in der ostukrainischen Region Donezk eingenommen. Das Dorf Bachmutske sei „von den Streitkräften der Russischen Föderation befreit“ worden, erklärten die Behörden der Separatisten am Montag im Onlinedienst Telegram. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig verifizieren. Das Dorf Bachmutske liegt nordöstlich von Bachmut und direkt vor der Stadt Soledar, um die ebenfalls heftig gekämpft wird.

Die Kämpfe im Osten der Ukraine spitzen sich immer weiter zu. Speziell im Norden des Gebiets Donezk um die Städte Bachmut und Soledar ist die Lage nach Angaben aus Kiew schwierig. 

Trotz schwerster Kämpfe im Osten der Ukraine sieht der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, kein Durchkommen für die russischen Angreifer und verspricht den Verteidigern Verstärkung. „Bachmut hält durch“, sagte der 44-Jährige am Sonntag in seiner täglichen Videoansprache. Auch das benachbarte Soledar halte durch, obwohl die Lage schwierig sei. „Dies ist einer der blutigsten Orte an der Front“, beschrieb er das Gebiet um die beiden Kleinstädte, die nur 14 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Kiew räumt Probleme bei Verteidigung von Soledar ein

Laut Selenskyj besichtigte der Befehlshaber des ukrainischen Heeres am Sonntag die Truppen in Bachmut und Soledar. Olexandr Syrskyj werde die Verteidigung leiten und Verstärkung sowie größere Feuerkraft gegen den Feind organisieren. Syrskyj gilt in der Ukraine als Held, dem die Erfolge bei der Verteidigung von Kiew und bei der Rückeroberung des Gebiets Charkiw zugeschrieben werden.

Bei den Kämpfen im ostukrainischen Gebiet Donezk sind die Verteidiger im Raum Soledar Kiew zufolge in eine schwierige Lage geraten. „Derzeit ist es schwer in Soledar“, schrieb die stellvertretende ukrainische Verteidigungsministerin Hanna Maljar am Sonntag in ihrem Telegram-Kanal. Soledar ist wie das seit Monaten umkämpfte Bachmut Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Die Einnahme der Agglomeration wäre fast gleichbedeutend mit der Eroberung des Donbass – eines der öffentlich genannten Ziele Russlands zu Beginn des Krieges.

Vor Soledar hätten die Russen große Kräfte konzentriert. An den Angriffen seien nicht nur reguläre Einheiten der russischen Armee, sondern auch Söldnertruppen beteiligt, schrieb Maljar. Tatsächlich greifen in dem Raum um Bachmut und Soledar die als gut ausgerüstet geltenden Söldner der „Wagner“-Truppe an.