Ukraine-Krieg: Nato will Rüstungsindustrie ankurbeln

Um der Nachfrage in der Ukraine nachzukommen, will die Nato die Produktion ausweiten. In Deutschland sind schwere Waffenlieferungen weiterhin Streitthema.

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 fährt während einer Bundeswehr-Übung durchs Gelände. (Archivbild)
Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 fährt während einer Bundeswehr-Übung durchs Gelände. (Archivbild)dpa

Die Nato-Staaten wollen wegen des anhaltenden Krieges in der Ukraine die Produktionskapazitäten für Munition und Ausrüstung erhöhen. „Je länger sich dieser Krieg hinzieht, desto wichtiger ist es, dass wir dann auch in der Lage sind, Vorräte wieder aufzufüllen“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel. Beim Treffen der Verteidigungsminister der 30 Nato-Staaten sollten im Laufe der Woche entsprechende Beschlüsse getroffen werden. Diese würden langfristige Nachfrage für die Industrie sichern, die wiederum in neue Produktionskapazitäten investieren müsse.

Dadurch solle vor allem die Bereitstellung von Material an die Ukraine beschleunigt werden. Das Land brauche im Krieg gegen Russland eine „breite Palette unterschiedlicher Systeme“, erklärte Stoltenberg. Er nannte diesbezüglich etwa Artillerie, gepanzerte Fahrzeuge, Luftabwehrsysteme sowie Treibstoff, Winterkleidung, Kommunikationssysteme und Ersatzteile. „Sie brauchen also fast alles.“

FDP- und Grünen-Politiker für schwere Waffenlieferungen

In Deutschland ist das Thema Waffenlieferungen weiterhin Bestandteil hitziger öffentlicher Debatten. Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf die ukrainische Zivilbevölkerung hatten sich mehrere FDP- und Grünen-Politiker zuletzt für die Lieferung schwerer Waffen, etwa von Kampfpanzern, an die Ukraine ausgesprochen.

Es müssten „jetzt endlich Schützen- und Kampfpanzer auch westlicher Bauart geliefert werden“, sagte der Grünen-Abgeordnete Anton Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag. Auch die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte bereits im Bundestag: „Wir müssen die Ukraine in dieser akuten Situation weiter mit militärischem Material unterstützen“ – dazu zählten auch Panzer, etwa vom Typ Leopard 2 oder Marder. Die Bundesregierung lehnt die Lieferung solcher schwerer Militärgeräte bislang ab.