Russischer Geheimdienst: Whistleblower sagt Chaos und Bürgerkrieg voraus 

Sind die Tage des russischen Präsidenten Wladimir Putin gezählt? Laut einem Medienbericht warnt ein FSB-Agent nun vor blutigen Tagen. 

Ein kaputtes Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin liegt in der Ukraine auf dem Boden. Die russische Invasion kommt ins Stocken. 
Ein kaputtes Porträt des russischen Präsidenten Wladimir Putin liegt in der Ukraine auf dem Boden. Die russische Invasion kommt ins Stocken. dpa/AP/Efrem Lukatsky

Die Machtverhältnisse im Kreml könnten nach Informationen eines russischen Geheimdienstagenten bald neu geordnet werden. Die jüngsten Aussagen des Whistleblowers beschreiben Unruhen und sagen einen „unvermeidlichen“ Bürgerkrieg voraus. Russland soll bald „in den Abgrund des Terrors hinabsteigen“. 

Laut einem Bericht des amerikanischen Nachrichtenmagazins Newsweek, soll der Kreml derzeit wegen internen Konflikten zerrüttet sein. Der Bericht stützt sich auf Schriftwechsel zwischen dem Whistleblower, der unter dem Namen „Wind of Change“ – deutsch: Wind der Veränderung – bekannt ist, sowie dem im Exil lebenden Menschenrechtsaktivisten Wladimir Osechkin, der eine NGO leitet. Der durchgesickerte E-Mailverkehr ist laut Newsweek auf Echtheit geprüft worden und gilt als authentisch. 

Zwei Männer sollen zur Gefahr für Putin werden

Der Agent soll dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB angehören und wiederkehrend interne Informationen weitergegeben haben. Die Aussagen von „Wind of Change“ konzentrieren sich auf Jewgeni Prigoschin, einen Verbündeten Putins und Gründer eines Söldnerunternehmens, sowie auf den tschetschenischen Führer Ramsan Kadyrow. Sowohl Prigoschin als auch Kadyrow haben Putins Kriegsführung mehrmals kritisiert und scheinen sich gegenseitig zu unterstützen, was darauf hindeuten soll, dass der Zusammenhalt im Kreml bröckelt. 

FSB-Agent warnt vor Chaos, Bürgerkrieg und Zusammenbruch

In den Schreiben sagt er voraus, dass es in Russland „kein Modell des ‚einfachen Machtwechsels‘“ geben könnte. Demnach prophezeit er: „Am Anfang könnte es zu einem wahllosen Aufruhr kommen, bei dem es nur zu Plünderungen und chaotischen Scharmützeln zwischen allen Beteiligten kommt.“ Das Machtgerangel soll anschließend in einem „echten Krieg“ enden. Dabei soll es innerhalb Russlands zu Kämpfen um Regionen und Ressourcen kommen. 

„Chaos, Bürgerkrieg, Zusammenbruch – ja, das liegt alles vor uns. Es ist unvermeidlich“, behauptet der FSB-Agent. 

Ein amerikanisches Institut, das Kriegsstudien herausgibt, berichtet, dass Prigoschin derzeit eine „Anhängerschaft“ sowie eine eigene Kampftruppe aufbaut. Die Truppe soll nicht unter der direkten Kontrolle des russischen Militärs oder des Verteidigungsministeriums stehen.