Ukraine-Krieg: Russland begrüßt Elon Musks „Friedensplan“ 

Der reichste Mann der Welt löste mit seinem Friedensszenario Empörung aus. Der Kreml findet den Vorstoß dagegen „positiv“ - weist ihn aber im Kern zurück.

Tesla-Chef Elon Musk hat sich auf Twitter in den Ukraine-Krieg eingemischt. 
Tesla-Chef Elon Musk hat sich auf Twitter in den Ukraine-Krieg eingemischt. AFP/Jim Watson

Der Kreml hat Ideen von US-Milliardär Elon Musk zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine begrüßt, Kernforderungen dieses Vorstoßes aber zugleich zurückgewiesen. „Es ist doch positiv, dass jemand wie Elon Musk nach einem friedlichen Ausweg aus der Situation sucht“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag der Staatsagentur Ria Nowosti zufolge.

„Was aber die Durchführung von Referenden betrifft, haben die Einwohner bereits ihre Meinung geäußert. Und hier kann nichts anderes gelten.“

Musk hatte auf Twitter einen neutralen Status für die Ukraine, den Verzicht des Landes auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim und neue Referenden unter UN-Aufsicht zur staatlichen Zugehörigkeit der anderen russisch besetzten Gebiete vorgeschlagen. Nach entrüsteten Antworten aus Kiew stellte Musk einen neuen Vorschlag zur Debatte: Die Menschen auf der Krim und im Donbass sollten darüber abstimmen, ob sie Teil der Ukraine oder Russland sein wollten.

Kurz nachdem Musk seinen Tweet über die Abstimmung abgesetzt hatte, konterte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montagabend mit einer eigenen Abstimmung: In dem Tweet fragt Selenskyj: „Welchen @elonmusk magst du mehr?“ Zur Auswahl standen: „Den, der die Ukraine unterstützt?“ oder „Den, der Russland unterstützt? “ Innerhalb von kurzer Zeit beteiligten sich mehrere Hunderttausend Menschen an der Umfrage. Über 90 Prozent bevorzugten den die Ukraine unterstützenden Musk.

Litauens Präsident Gitanas Nauseda kritisierte Musks Einmischen in den Krieg: „Wenn jemand versucht, die Räder Ihres Tesla zu stehlen, macht ihn das nicht zum rechtmäßigen Eigentümer des Autos oder der Räder. Auch wenn Sie behaupten, dass beide dafür gestimmt haben“, schrieb der Staatchef des baltischen EU- und Nato-Landes in der Nacht zu Dienstag an Musk gerichtet auf Twitter.