Ukraine-Krieg: Mädchen mit Downsyndrom in Winnyzja getötet

Bei einem russischen Raketenangriff sterben 23 Menschen, darunter auch drei Kinder. Das Schicksal der vierjährigen Liza bewegt besonders.

Liza hat das Downsyndrom und kam bei einem russischen Raketenangriff ums Leben.
Liza hat das Downsyndrom und kam bei einem russischen Raketenangriff ums Leben.Instagram/l.i.z.i.love

Nach dem Angriff auf die ukrainische Stadt Winnyzja mit mindestens 23 Toten und über 100 Verletzten berührt das Schicksal der vierjährigen Liza ganz besonders. Das ukrainische Mädchen hat das Downsyndrom und kam bei dem Raketenbeschuss ums Leben. Ihre Mutter Iryna kämpft noch im Krankenhaus ums Überleben.

Die Mutter weiß noch nichts vom Tod ihres Kindes. Wie ukrainische Medien unter Berufung auf die Großmutter des Mädchens berichten, wollen die Ärzte des Krankenhauses, in dem sie behandelt wird, der jungen Frau noch nicht die Wahrheit über das Schicksal ihrer Tochter sagen. Laut dem russischsprachigen Sender Current Time TV wollen sie nicht, dass Iryna die Motivation verliert, für ihr Leben zu kämpfen. Unter den 23 Todesopfern sind neben Liza zwei weitere Kinder.

Wolodymyr Selenskyj: „offener Akt des Terrorismus“

Russland bestritt jedoch, Zivilisten in Winnyzja angegriffen zu haben. Vielmehr sei ein Treffen hochrangiger ukrainischer Armee-Kommandeure „mit Vertretern ausländischer Waffenlieferanten“ beschossen worden, erklärte am Freitag das Verteidigungsministerium in Moskau. „Dabei wurden die Teilnehmer des Treffens eliminiert.“

Hingegen hatte die ukrainische Armee mitgeteilt, dass drei russische Raketen in Winnyzja ein Gebäude mit Büros und kleinen Geschäften sowie einen angrenzenden Parkplatz getroffen hätten. Von den örtlichen Rettungskräften verbreitete Bilder zeigten ein etwa zwölfstöckiges Gebäude, das schwer beschädigt war.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den Beschuss von Winnyzja als „offenen Akt des Terrorismus“. Auch UN-Generalsekretär António Guterres und Vertreter des Westens reagierten entsetzt.

Die Bundesregierung in Berlin forderte von Moskau den sofortigen Stopp von Angriffen auf zivile Einrichtungen. Der Beschuss von Winnyzja sei ein „Akt der Grausamkeit“, sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner. Dieser Angriff zeige „einmal mehr, dass Russland in diesem Krieg massiv gegen die Regeln des Völkerrechts verstößt.“ (mit dpa)