Die USA sind mit umgerechnet 7,6 Milliarden Euro seit Kriegsbeginn der derzeit größte Unterstützer der Ukraine. Alle EU-Länder zusammen kommen auf 2,9 Milliarden Euro, plus 1,4 Milliarden Euro aus den EU-Institutionen und 2 Milliarden Euro von der Europäischen Investitionsbank, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Dienstag mitteilte. Großbritannien, Kanada und Japan haben demnach zusammen genommen Hilfen im Wert von einer Milliarde Euro zugesagt.

„Es ist beachtlich, dass alleine die USA deutlich mehr gibt als die gesamte EU, in deren unmittelbarer Nachbarschaft der Krieg tobt“, sagte Christoph Trebesch, Forschungsdirektor am IfW. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ist dagegen Estland der größte Unterstützer der Ukraine gefolgt von Polen und Litauen. Die USA sind hier auf dem sechsten Rang, Deutschland auf dem zwölften, wobei hier indirekt über die EU geleistete Hilfen nicht enthalten sind.

„Die räumliche Nähe zu Russland oder der Ukraine spielt offensichtlich eine große Rolle für das Engagement einiger osteuropäischer Länder“, sagte Trebesch. Aber auch Großbritannien steche sowohl absolut wie relativ zur Wirtschaftsleistung als Unterstützer der Ukraine hervor.

Die Zahlen basieren auf Auswertungen des „Ukraine Support Trackers“, einer Datenbank für staatliche Unterstützungsleistungen an die Ukraine, die am IfW entwickelt wurde. Der „Ukraine Support Tracker“ erfasst systematisch den Wert der Unterstützung, die Regierungen von 31 westlichen Ländern der Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar zugesagt haben. Erfasst sind militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die öffentlich bekannt sind.