Lwiw in der Westukraine ist am Dienstagabend ukrainischen Angaben zufolge von russischen Raketen angegriffen worden. Mindestens vier separate Explosionen seien zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Der Bürgermeister der Stadt, Andriy Sadovyi, bestätigte ebenfalls mehrere Explosionen auf Twitter und forderte die Bewohner auf, in Luftschutzbunkern Zuflucht zu suchen.

Drei Umspannwerke seien beschädigt worden, so Sadovyi. Zwei Pumpstationen seien ohne Strom. „Wir stellen die Wasserversorgung durch alternative Stromquellen wieder her“, schrieb der Bürgermeister. In einem Teil der Stadt sei der Strom zudem ausgefallen.

Tote und Verletzte in bislang noch unbekannter Zahl hat es Behördenangaben zufolge bei Raketeneinschlägen im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad gegeben. Im Gebiet Winnyzja und bei der Hauptstadt Kiew, wo sich am Dienstag der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj traf, hingegen seien die russischen Raketen abgeschossen worden.

Erstmals auch Transkarpatien Ziel eines Raketenangriffs

In der ostukrainischen Region Donezk sind infolge russischer Angriffe nach ukrainischen Angaben mindestens 21 Zivilisten getötet worden. Weitere 27 wurden verletzt, teilte die Gebietsverwaltung am Dienstag in ihrem Telegram-Kanal mit. Zu zivilen Opfer sei es demnach vor allem in den umkämpften Städten Awdijiwka, Lyman und Wuhledar gekommen. Im benachbarten Gebiet Luhansk hat es laut dem Gouverneur Serhij Hajdaj um die Stadt Popasna die schwersten Kämpfe gegeben.

Erstmals wurde auch das Gebiet Transkarpatien im äußersten Westen Ziel eines Raketenangriffs. Dabei sei ein Infrastrukturobjekt in den Bergen getroffen worden. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Behörden des Gebiets Odessa berichteten, eine russische Kampfdrohne abgeschossen zu haben. (mit dpa)