Ukraine: Besuch von UN-Nothilfekoordinator sorgt für Ärger

Die russischen Besatzer sind empört, weil der UN-Vertreter Martin Griffiths „unerlaubt und illegal“ russisches Staatsgebiet betreten haben soll.

Martin Griffiths, UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths, hat die südukrainische Stadt Cherson besucht.
Martin Griffiths, UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths, hat die südukrainische Stadt Cherson besucht.dpa/Martial Trezzini

UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths hat bei einem Besuch der erst vor kurzem befreiten südukrainischen Stadt Cherson für Verärgerung bei den russischen Besatzern auf der anderen Seite des Flusses Dnipro gesorgt. Der von Moskau eingesetzte regionale Verwaltungschef Wladimir Saldo unterstellte dem UN-Vertreter am Dienstag, unerlaubt und illegal die Grenze zu russischem Staatsgebiet überquert zu haben. „Das ist unverschämt, beschämend und unanständig“, wurde Saldo von der russischen Staatsagentur Tass zitiert.

Nach dem Einmarsch in die Ukraine hat Moskau nach Scheinreferenden völkerrechtswidrig vier Gebiete in der Süd- und Ostukraine annektiert, darunter auch die Oblast Cherson. Ukrainischen Truppen war es jedoch im Herbst gelungen, die Stadt Cherson zu befreien und die russischen Besatzer über den Fluss Dnipro zurückzudrängen.

Griffiths hatte sich am Dienstag ein Bild von der Lage der Zivilbevölkerung im befreiten Cherson gemacht. UN-Sprecher Stéphane Dujarric wollte die Vorwürfe Saldos nicht kommentieren. Er verwies lediglich darauf, dass die Vereinten Nationen die von Moskau orchestrierten Referenden nicht anerkennen.