Ukrainische Soldaten beginnen Panzer-Ausbildung in Deutschland

Die Zeit drängt: In nur rund acht Wochen dauernden Ausbildungen sollen Ukrainer den Kampf mit dem Schützenpanzer Marder erlernen.

Der Unions-Vorschlag fordert die Bundesregierung auf, schwere Waffen für die Ukraine bereitzustellen. 
Der Unions-Vorschlag fordert die Bundesregierung auf, schwere Waffen für die Ukraine bereitzustellen. Philipp Schulze/dpa

In Deutschland sind die ersten ukrainischen Soldaten für eine Ausbildung am Schützenpanzer Marder eingetroffen. Die Gruppe landete am Donnerstag in Köln und sollte zeitnah mit dem Training an dem Waffensystem beginnen, wie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen erklärt wurde. Die Ausbildung ist Teil der deutschen Militärhilfe für die Ukraine. Die Bundesregierung hat beschlossen, den ukrainischen Streitkräften 40 Panzer vom Typ Marder zu überlassen sowie 14 Kampfpanzer vom Typ Leopard.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte schon Donnerstag während seines Antrittsbesuches bei der Truppe in Altengrabow (Sachsen-Anhalt) erklärt, die Ausbildung am Marder werde „in Kürze“ im niedersächsischen Munster beginnen. „Und für die ukrainischen Soldaten, die auf dem Leopard ausgebildet werden, wird es etwas später sein“, sagte er.

Nach früheren Angaben sind die Lehrgänge auf den Umgang mit dem Fahrzeug sowie seinen Waffensystemen und auf Störungsbeseitigung und grundlegende Wartung beschränkt, um in der kurzen Zeit durchzukommen. Die ukrainischen Soldaten verfügen meist über fachliche Vorkenntnisse oder auch Kampferfahrung. Ausbildungen waren bereits für die Panzerhaubitze 2000 sowie den Flugabwehrkanonenpanzer Gepard organisiert worden.

Panzertruppenschule in Munster

In Munster verfügt die Bundeswehr über einen großen Truppenübungsplatz. Dort steht auch die Panzertruppenschule des Ausbildungskommandos, die wichtigste Ausbildungseinrichtung des Heeres für gepanzerte Kampftruppen.

Schützenpanzer sind für den geschützten Transport kleinerer Gruppen von Soldaten ins und im Kampfgebiet gedacht und bieten außerdem Feuerunterstützung. Sie haben also eine Crew für den Betrieb des Fahrzeugs und der Waffen sowie im hinteren Kampfraum Panzergrenadiere die auch über eine hintere Klappe aussteigen und den Kampf „abgesessen“ führen. Dabei schützen und ergänzen sich Soldaten im und außerhalb des Panzers gegenseitig. Kampfpanzer wie der Leopard 1 oder 2 haben eine hohe Feuerkraft, eine kleine feste Besatzung und werden für die Bekämpfung gegnerischer Panzer oder anderer Ziele eingesetzt.

Die USA schicken dem von Russland angegriffenen Land Schützenpanzer vom Typ Bradley und werden ebenfalls Ausbildungen anbieten. Zudem zieht die Bundesregierung beim Flugabwehrsystem Patriot nach, dessen Lieferung Washington der Ukraine bereits kurz vor Weihnachten zugesichert hatte.